Die neue Aussichtsplattform am Iseltrail in Osttirol ermöglicht beeindruckende Ausblicke auf den letzten frei fließenden Gletscherfluss der Alpen und bietet einen weiteren Zugang zur unberührten Natur entlang des beliebten Weitwanderwegs. - Zwischen Gipfeln und Genüssen in Osttirol
Osttirol

Zwischen Gipfeln und Genüssen in Osttirol

Bitte, wo ist Osttirol? Vielleicht genau dort, wo neue Angebote nicht auffällig sein müssen, um Eindruck zu hinterlassen. Anstatt lauter Inszenierungen entstehen Formate, die sich leise in Landschaft und Kultur einfügen. In der Ferienregion südlich des Alpenhauptkamms dürfen sich Urlauber im Sommer 2026 auf spielerische Interaktion für Groß und Klein, die wiedereröffnete Seespitzhütte auf 2.327 Metern sowie eine Aussichtsplattform über der Isel freuen. Die Isel ist einer der letzten unverbauten Gletscherflüsse. Auf der frisch sanierten Burg Heinfels erwartet die Gäste zudem ein Kulinarium in geschichtsträchtigen Räumen.

Zwischen Hören und Spüren

Ab Juni 2026 führt der neu gestaltete Weg der Sinne in die weiten Feldfluren rund um Virgen, die in den Nationalpark Hohe Tauern eingebettet sind. Der Themenpfad setzt nicht auf Inszenierung, sondern auf das, was bereits vorhanden ist: Licht, Wind, Wasser und Boden. An 19 interaktiven Stationen können Besucher:innen langsamer werden und ihre Wahrnehmung schärfen. Was im Alltag leicht überhört oder übersehen wird, rückt hier in den Fokus.

Phänomene wie Gleichgewicht oder Wasserkreislauf erschließen sich hier nicht über Schautafeln, sondern durch eigenes Tun. Ein Wasserspielplatz macht Bewegung greifbar und ein offenes Landschaftskino lenkt den Blick auf das Wesentliche. Kinder folgen Schmetterling Isi auf leisen Pfaden der Entdeckung, während in einer einfachen Schupfe Kräuterwissen und praktische Anwendung zusammenfinden.

Der neu gestaltete Weg der Sinne verbindet spielerisches Lernen mit achtsamer Naturwahrnehmung und setzt bewusst leise Akzente. Er ist ein erholsamer Gegenentwurf zu actiongeladenen Angeboten und spricht alle Generationen an.

Einfach. Echt. Seespitzhütte

Nach knapp zehn Jahren kehrt ab dem 6. Juni 2026 wieder Leben auf der Seespitzhütte im Defereggental ein. Zwei junge Pächter übernehmen die urige Schutzhütte auf 2 327 Metern und schaffen einen herzlichen Ort für Einkehr und Übernachtung mit 13 Schlafplätzen im Lager. Auf den sonnigen Terrassen und in der gemütlichen Stube servieren sie tagsüber frisch zubereitete Speisen sowie regionale Spezialitäten. Die bewusst klein gehaltene Speisekarte konzentriert sich auf klassische Tiroler Gerichte, wobei auch vegetarische und vegane Optionen wie Brennnesselknödel oder Bärlauchstrudel nicht fehlen.

Der familienfreundliche Zustieg erfolgt ab der Jausenstation Jagastube in rund zwei Stunden (600 Höhenmeter). Alternative Routen, die auch mit dem Mountainbike machbar sind, führen aus Erlsbach in etwa drei Stunden oder vom Parkplatz Trojeralmtal über den Alpenblumenweg in drei bis vier Stunden zur Hütte. Das Schutzhaus dient außerdem als Ausgangspunkt für die Besteigung der Seespitze (3.021 m) oder des Weißen Beils (2.767 m).

Zwischen Himmel und Isel

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2020 schreibt der Iseltrail Erfolgsgeschichte – unter anderem gewann der über 80 Kilometer lange Weitwanderweg im Jahr 2023 den Tirol Touristica Award für sanften Tourismus. Seit Juni 2024 ist das Vorzeigeprojekt entlang des längsten frei fließenden Gletscherflusses der Alpen um eine Attraktion reicher: Mit einer Spannweite von rund 84 Metern und einer schwindelerregenden Höhe von etwa 90 Metern verbindet die Hängebrücke die beiden Orte Virgen und Prägraten über der Iselschlucht. Im Sommer 2026 eröffnet eine neue Aussichtsplattform wagemutigen Wanderern einen Blick auf die tosenden Wassermassen der Isel. Die knapp 25 Meter weit auskragende Konstruktion aus Cortenstahl ragt direkt über die Schlucht hinaus und gewährt den Blick flussauf- und flussabwärts.

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Mittelalter trifft Moderne

Als die Familie Loacker, vor allem bekannt für ihre Waffel- und Schokoladenspezialitäten, im Jahr 2007 die Burg Heinfels erwarb, verfolgte sie kein wirtschaftliches Interesse. Ihr erklärtes Ziel war es, das kulturelle Erbe zu bewahren, Verantwortung für die Region zu übernehmen und der historischen Anlage neues Leben zu geben. Nach der nachhaltigen Revitalisierung sollte die „Königin des Pustertals” wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein und sich als lebendiger Ort für Kultur, Geschichte und Gastronomie etablieren. Nach einer umfassenden Restaurierung in zwei Bauphasen über mehrere Jahre hinweg zieht seit Mai 2026 neben musealen Angeboten auch kulinarisches Leben in die mittelalterlichen Gemäuer ein.

Feine Snacks und eine täglich wechselnde Mittagskarte machen das Bistro mit angrenzendem Rittersaal zum Treffpunkt für Genießer, Wanderer und Kulturinteressierte. Bei den regelmäßigen „Emotional-Dinner“-Veranstaltungen in der Taverne begeben sich bis zu 60 Gäste auf eine Reise ins Mittelalter: Neu interpretierte historische Gerichte, Geschichten und eine multimediale Inszenierung lassen das Publikum in die Welt des früheren Burglebens eintauchen.

„Wir möchten eine Küche bieten, die höchste Qualität und Regionalität verbindet und dennoch leistbar bleibt. Nicht Auszeichnungen stehen im Mittelpunkt, sondern das authentische Erlebnis in einem außergewöhnlichen Ambiente“, erklärt Marco Perez, Geschäftsführer des Kulinariums.

Quelle: Tourismusverband Osttirol c/o AHM Kommunikation