Unterwegs im Naturpark Paneveggio - Wandern zwischen den Welten im Trentino
Italien

Wandern zwischen den Welten im Trentino

Im Trentino werden Wanderwege zu berührenden Reisen durch sagenumwobene Täler, klingende Wälder, raue Steinlandschaften und wilde Wasserläufe angeboten, die die Besucher in eine andere Welt entführen.

Val di Fassa: Sentiero delle Leggende

Der Weg beginnt im Wald und ist gespenstisch still. Bäume, Moos und Farne scheinen alle Geräusche aufzusaugen. Ab und zu ist ein Vogel zu hören, ansonsten sind nur die eigenen Schritte und der eigene Atem zu vernehmen. Dann öffnet sich eine Lichtung, und vor einem ragen die bleichen Wände des Rosengartens in den Himmel.

Auf einer Schautafel steht ein Wort in einer fremden Sprache, dessen Klang bereits seine Bedeutung erahnen lässt: Enrosadira. Enrosadira. So nennt die ladinische Bevölkerung das warme Orange-Rot, in das sich die Dolomiten bei Sonnenauf- und -untergang färben. Ein paar Zeilen weiter taucht der Name König Laurin auf. Er ist der Zwergenkönig eines unterirdischen Reichs und lebt im Rosengarten. Seine Welt ist eng mit den Bergen verbunden. Laut der Legende trägt er eine Tarnkappe, die ihn unsichtbar macht und es ihm ermöglicht, sich zwischen seiner Welt und der Oberfläche zu bewegen.

Wie die Geschichte weitergeht und warum das Rosengarten-Massiv nur bei Morgen- und Abenddämmerung leuchtet, erfahren Besucher auf den Tafeln des Sentiero delle Leggende im Val di Fassa. Der Weg ist je nach Startpunkt drei bis sechs Kilometer lang und in ein bis zweieinhalb Stunden zu gehen. Er bietet einen fast literarischen Zugang zu einer Landschaft, in der Erzählungen und Geografie eng miteinander verwoben sind.

Paneveggio: Vom Klang des Holzes

Wer in den Dolomiten des Trentino unterwegs ist, begegnet einer Landschaft, die vor vielen Millionen Jahren in der Triaszeit aus tropischen Riffen und Lagunen entstanden ist. Zwischen den Gebirgsgruppen liegt der Karersee (Lago di Carezza), ein auf 1 520 Metern Höhe gelegener Bergsee am Übergang zwischen dem Val di Fassa und dem Val di Fiemme. Auch um ihn ranken sich Sagen. Eine davon erzählt von einem Zauberer, der sich in eine Nixe verliebte und versuchte, sie mit einem Regenbogen über dem See zu erreichen. Der Versuch misslang, der Zauber brach und die Farben des Regenbogens sollen dem See sein besonderes Leuchten gegeben haben.

Der Karersee eignet sich als Ausgangspunkt für eine mehrtägige Wanderung, die über das Lavazèjoch nach Predazzo und weiter in den Naturpark Paneveggio – Pale di San Martino führt. Hier wird der Wald zum Klangraum. Im Gebiet von Paneveggio gedeihen Fichten unter Bedingungen, die ein langsames, gleichmäßiges Wachstum begünstigen. Dadurch entsteht Holz mit einer besonders feinen Jahresringstruktur – ein Material, das im Instrumentenbau sehr geschätzt wird. Die Förster wählen einzelne geeignete Bäume aus. Diese werden nach der Fällung über Jahre gelagert und getrocknet, bevor das Holz an spezialisierte Werkstätten weitergegeben wird.

Pala: Mondlandschaft aus Stein

Zwischen dem klingenden Holz des Paneveggio und den senkrechten Wänden der Pale di San Martino liegen kaum zehn Kilometer Luftlinie – und doch Welten. Das Hochplateau der Pale di San Martino erhebt sich oberhalb von San Martino di Castrozza und erstreckt sich über mehr als 50 Quadratkilometer. Es gleicht in weiten Teilen einer Mondlandschaft. Aus dieser Karstfläche aus Dolomitgestein auf über 2 500 Metern ragen imposante Felstürme empor, die das Plateau rahmen: der Cimon della Pala (3 184 m), ein ikonischer Gipfel, der mit seiner pyramidenförmigen Struktur dem Matterhorn ähnelt, der Sass Maor (2 814 m) mit seinen berühmten Kletterwänden sowie die Cima della Madonna (2 752 m) und die Cima Fradusta (2 939 m) mit ihren ehemaligen Gletscherflächen.

Das Gebiet kann auf verschiedenen Varianten des Palaronda-Treks durchquert werden. Die „Soft-Variante” führt in mehreren Etappen von Hütte zu Hütte über das Plateau. Anspruchsvollere Routen integrieren alpine Passagen und Klettersteige. Mit Seilbahnunterstützung lassen sich zudem Rundtouren über das Hochplateau verkürzen.

Val di Sole: Im Reich des Wassers

Westlich der Dolomiten, auf der anderen Seite der Etsch, öffnet sich das Val di Sole – ein Tal, das nicht von Dolomitengestein, sondern von den kristallinen Zentralalpen geprägt ist. Wasser ist das bestimmende Element: Flüsse, Moränen und Gletscherlandschaften prägen das Landschaftsbild.

Im Val di Rabbi, einem Seitental, lässt sich der Wasserreichtum auf einer einfachen Wanderung zur Cascata Ragaiolo erleben – Himalaya-Gefühl inklusive. Die Tour beginnt in Rabbi Fonti (1250 m). Schon nach wenigen Minuten umhüllt einen das ständige Rauschen des Wildbachs Rabbies. Es duftet nach dem Harz der Fichten, die angenehmen Schatten spenden. Hinter einem Sägewerk wird der Weg schmaler und steiler. Ab und zu gibt der Weg Blicke auf die Schlucht des Rio Ragaiolo frei, in die das Wasser mit unbändiger Kraft talwärts schießt.

Plötzlich taucht eine Hängebrücke auf, die an das Himalaya erinnert. Die schlanke, stählerne Brücke schwingt sich in einer Länge von gut hundert Metern kühn über die Schlucht. Über einen Felsvorsprung stürzt das Wasser des Ragaiolo rund 60 Meter tief in eine Gumpe, die zu brodeln scheint. Beim Fallen nimmt das Wasser Sauerstoff auf, wird schneeweiß und ähnelt der Gischt brechender Wellen. Es ist ein schaurig-schönes Schauspiel. Die Luft ist angefüllt von winzigen Wassertropfen, die die Haut mit einem kühlen Film benetzen.

Der Wanderweg führt auf der anderen Seite der Schlucht weiter zur Malga Fratte Bassa. Von hier blickt man auf die raue Bergwelt des Ortler-Massivs. Nach der aufregenden Tour schmeckt die auf der Alm frisch zubereitete Polenta mit Pilzen und dem selbst gemachten Casolét-Käse, einer Spezialität aus dem Val di Sole, köstlich.

Über das Trentino – so vielfältig und bunt wie die vier Jahreszeiten

Die autonome Provinz Trentino in Norditalien, zwischen den Dolomiten und dem Gardasee gelegen, präsentiert sich als Urlaubsziel für 365 Tage im Jahr. Hier vereint sich mediterraner Lebensstil mit alpinen Traditionen, schroffe Gipfel treffen auf sonnige Weinberge und glasklare Seen – es gibt übrigens mehr als 300 davon. Im Winter lockt eine Vielzahl unterschiedlicher Wintersportangebote, im Frühling verwandeln sich die Obstbaumplantagen in ein pastellfarbenes Blütenmeer und dank des milden Klimas können Natur- und Sportliebhaber wieder durchstarten.

Der Sommer steht ganz im Zeichen des Wassersports auf den über 300 Seen. Dazu kommen Wanderungen, Radtouren und rasante Mountainbike-Möglichkeiten. Hübsche Städte wie Trient und Rovereto laden zu kulturellen Entdeckungen ein. Dazu locken unzählige Schlösser, historische Burgen, Museen und Musikveranstaltungen.

Die App „Mio Trentino“ ist der perfekte Reisebegleiter für maßgeschneiderte Unternehmungen. Sie kann kostenlos in den gängigen App-Stores heruntergeladen werden. Sie liefert nützliche Urlaubstipps, Informationen zu Öffnungszeiten, Veranstaltungen und Aktivitäten – sowohl bei der Reiseplanung als auch vor Ort – und ist gleichzeitig die digitale Gästekarte, die man von teilnehmenden Unterkünften erhält.

Quelle: Trentino Marketing S.r.l. c/o FEUER & FLAMME. DIE AGENTUR