Aussicht über goldene Dächer von Prag. - Tschechien: Vier Aussichten, für die sich ein Perspektivwechsel lohnt
Tschechien

Tschechien: Vier Aussichten, für die sich ein Perspektivwechsel lohnt

Manchmal genügen nur wenige Höhenmeter, um die Perspektive zu verändern. Dächer fügen sich zu einem Mosaik zusammen, Kirchtürme zeichnen die Silhouette einer Stadt nach und hinter dem nächsten Bergrücken eröffnet sich plötzlich ein weiter Horizont. Tschechien bietet dafür zahlreiche Logenplätze – sowohl in Prag als auch in den Beskiden oder im Glatzer Schneegebirge.

Einen Anlass, das Land einmal von oben zu betrachten, liefert die Hauptstadt: Nach umfassender Modernisierung kehrt im September 2026 die historische Petřín-Standseilbahn zurück. Zeit also für einen tschechischen Perspektivwechsel zwischen Großstadt-Skyline, Jugendstil, Nervenkitzel und böhmischer Eleganz.

1. Aussicht über goldene Dächer: Prags legendäre Standseilbahn kehrt zurück

Die legendäre Petřín-Standseilbahn kehrt 2026 zurück nach Prag – und gibt den Auftakt für eine Reise zu einigen der aussichtsreichsten Panoramen Tschechiens. - 1. Aussicht über goldene Dächer: Prags legendäre Standseilbahn kehrt zurück

Seit 1891 gehört die Fahrt hinauf auf den Petřín zu den Klassikern eines Prag-Besuchs. Von Újezd aus erklimmt die Standseilbahn den grünen Hausberg und überwindet auf 510 Metern rund 130 Höhenmeter. Nach der umfassenden Erneuerung der Strecke und der Fahrzeuge beginnt im September 2026 ein neues Kapitel ihrer mehr als 130-jährigen Geschichte.

Die großzügigen Glasflächen der neuen Wagen öffnen während der Fahrt den Blick auf die tschechische Metropole. Oben angekommen, übernimmt der Petřín-Aussichtsturm. Die rund 60 Meter hohe Stahlkonstruktion zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Wer seine 299 Stufen erklimmt, blickt weit über das Häusermeer der „Goldenen Stadt“, die Moldau und die Türme der Altstadt. Zwischen Rosengärten und Obstbäumen verteilen sich auf dem Petřín außerdem die Štefánik-Sternwarte, das historische Spiegellabyrinth und immer neue Aussichtspunkte auf Prag.

Prag entdeckt seine Dächer zunehmend als eigene Stadträume. Auf der Dachterrasse des Nationalen Landwirtschaftsmuseums öffnet sich ein 360-Grad-Panorama und von der Terrasse des Rathausturms aus hat man einen Blick auf den Altstädter Ring aus der Vogelperspektive. Moderne Rooftop-Adressen wie Fly Vista oder die Cloud 9 Sky Bar verbinden den Blick über die Hauptstadt mit Drinks und urbanem Lebensgefühl. Selbst die Kultur zieht nach oben: Einige Prager Dächer beherbergen im Sommer Veranstaltungen und Open-Air-Kinos.

2. Aussicht mit Folklore: Zwischen Holzhäusern und Berggöttern auf den Pustevny

Beskiden bis zum Horizont: Rund um die Pustevny treffen weitläufige Bergpanoramen auf eine der traditionsreichsten Ausflugsregionen Mährens. - 2. Aussicht mit Folklore: Zwischen Holzhäusern und Berggöttern auf den Pustevny

Weiter östlich wechselt die Kulisse: Anstelle von Großstadtdächern ziehen sich nun dichte Wälder über die Hänge und am Horizont staffeln sich die Gipfel der Beskiden. Die Pustevny gehören zu jenen Orten, an denen Landschaft, Architektur und mährische Tradition eine besonders eigenwillige Verbindung eingehen. Schon die Fahrt hinauf erzählt Geschichte: 1940 nahm ein Sessellift seinen Betrieb auf und begründete eine der ältesten Seilbahn-Traditionen Europas.

Heute führt die Bahn von Trojanovice hinauf auf über 1.000 Meter Höhe. Oben stehlen zunächst zwei Gebäude dem Bergpanorama die Schau: Maměnka und Libušín. Der slowakische Architekt Dušan Jurkovič entwarf die farbenprächtigen Holzbauten Ende des 19. Jahrhunderts im Stil einer Verbindung von Jugendstil und Elementen traditioneller walachischer Volksarchitektur. Mit ihren geschnitzten Details und kräftigen Farben wirken sie beinahe wie überdimensionale Puppenhäuser.

Von dort aus führt der Weg durch die Berglandschaft weiter zum sagenumwobenen Radegast. Rund eine halbe Stunde Fußweg trennt Pustevny von der steinernen Statue des slawischen Gottes der Gastfreundschaft, Fruchtbarkeit und Ernte. Wer noch einmal etwa 30 Minuten weiterwandert, erreicht den 1.129 Meter hohen Radhošť. Auf seinem Gipfel treffen heidnische Legenden auf christliche Tradition: Eine Kapelle und die Statuen der Slawenapostel Kyrill und Method erinnern an die lange Geschichte des Wallfahrtsortes. Der Blick reicht derweil weit über die grünen Wellen der Beskiden.

3. Aussicht mit Adrenalinkick: Über dem Abgrund von Dolní Morava

In Ostböhmen, wo die Baumwipfel sich emporheben, ragt der Sky Walk von Dolní Morava zwischen Himmel und Erde empor. - 3. Aussicht mit Adrenalinkick: Über dem Abgrund von Dolní Morava

Wer beim Blick in die Ferne zusätzlich ein leichtes Kribbeln in den Knien sucht, wird im Glatzer Schneegebirge fündig. Dolní Morava hat sich in den vergangenen Jahren zu einem außergewöhnlichen Bergresort entwickelt. Die spektakulärste Verbindung zwischen zwei Bergrücken trägt ihre Länge bereits im Namen: Die Sky Bridge 721 spannt sich auf ebenso vielen Metern über ein tief eingeschnittenes Tal.

Anstelle von Geländer-Romantik bietet sie einen freien Blick in die Berglandschaft – und nach unten. Wenige Schritte entfernt befindet sich mit dem 55 Meter hohen Sky Walk die nächste ungewöhnliche Konstruktion. Er windet sich als futuristische Spirale über den Baumwipfeln nach oben und öffnet auf 1.116 Meter Höhe den Blick über die umliegenden Gebirgsketten.

Beide Attraktionen liegen nahe der Bergstation des Sněžník-Sessellifts und lassen sich bequem per Sessellift erreichen. Seit 2026 ergänzt Dolní Morava die Höhenflüge außerdem um einen Gegenpol: Mit dem MELORI aqua & spa eröffnete dort das größte Wellnesszentrum Tschechiens.

Ein Bock mit bestem Blick: Der Hirschsprung thront hoch über den Dächern von Karlsbad und ist eines der bekanntesten Fotomotive der westböhmischen Kurstadt.

4. Aussicht mit Anmut: Karlsbad aus der Vogelperspektive

Pastellfarbene Fassaden, elegante Grandhotels und Kolonnaden, dahinter dicht bewaldete Hänge: Karlsbad inszeniert sich schon vom Kopfsteinpflaster aus ausgesprochen fotogen. Noch eindrucksvoller wirkt die berühmte böhmische Kurstadt allerdings von oben. Den Weg dorthin übernimmt seit mehr als einem Jahrhundert die historische Diana-Standseilbahn.

Nur wenige Schritte vom Grandhotel Pupp entfernt beginnt die kurze Fahrt hinauf in die Wälder über der Stadt. Oben angekommen, führt der Weg weiter zum Diana-Aussichtsturm. Von seiner Plattform aus eröffnet sich ein Blick über Karlsbad und das bewaldete Hügelland Westböhmens – ein reizvoller Kontrast zur prachtvollen Architektur im Tal.

Wer anschließend noch nicht ins Kurzentrum zurückkehren möchte, kann einem der Spazierwege durch die umliegenden Wälder folgen oder im Restaurant Diana einkehren. Das im Stil einer Jagdhütte erbaute Haus serviert böhmische Küche und rundet den Ausflug mit lokaltypischen Genüssen ab.

Über Tschechien

Wer die goldene Mitte von Europa erkundet, begegnet einem Land, das Geschichte und Moderne vereint. Städte wie Prag, Brünn oder Ostrava gelten mit ihren historischen Zentren und visionärer Architektur als Zeitzeugen – damals wie heute. Entlang der 817 Kilometer langen deutsch-tschechischen Grenze lässt die Natur beide Seiten eins werden. Während sich der dicht bewachsene Böhmerwald mit seinen Moorgebieten bis ins Bayerische erstreckt, birgt die Sächsisch-Böhmische Schweiz Wanderwege zu bizarren Sandsteinformationen.

Auch im Landesinneren zeigt Tschechien mit dem mystischen Riesengebirge, weniger bekannten Skiorten oder dem Naturschutzgebiet Pollauer Berge viele Facetten. Karlsbad, Marienbad und Franzensbad, die als westböhmisches Bäderdreieck berühmt sind und ebenfalls zum UNESCO-Welterbe zählen, gehören seit 2021 zu den „Great Spa Towns of Europe“. Die reiche Geschichte lässt sich anhand der Burgen- und Schlösserlandschaft erahnen. Dazu zählen fast 2.000 Bauwerke, darunter die Prager Burg und Schloss Český Krumlov. Doch Tschechiens Erbe lebt nicht nur in Mauern, sondern auch in Gläsern. So etwa in Pilsen, der Wiege der Bierbrauerei, oder in Brünn, dem Zentrum der mährischen Weintradition, wo jahrhundertealte Bräuche bis heute gepflegt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter www.visitczechia.com.

Quelle: VisitCzechia c/o AHM Kommunikation