Törggele-Herbst 2025 auf dem Südtiroler Bauernhof
Die „fünfte Jahreszeit“ ist in Südtirol genauso bedeutend wie hierzulande – mit dem Unterschied, dass dort nicht dem Gerstensaft, sondern dem neuen Wein gehuldigt wird. Auch wenn es dabei etwas gesitteter zugeht als auf Bayerns Bierfesten, ist es doch ebenso genussvoll und fröhlich. In puncto Authentizität gibt es allerdings auch jenseits des Brenners Unterschiede.
Deshalb hat „Roter Hahn” die Initiative „Törggelen am Ursprung” ins Leben gerufen. Dem uralten Brauchtum Rechnung tragend laden die Buschenschänken des Qualitätssiegels am ersten Samstag im Oktober zum Saisonauftakt zu Verkostungen und Hofführungen ein. Danach führen sie die wertvolle Tradition des Törggelen bis Ende November weiter.
Eine uralte Tradition lebt auf
Törggelen kann man theoretisch überall in Südtirol. Authentisch ist es jedoch nur im Herbst, in echten Buschenschänken und in den richtigen Regionen. Diese befinden sich am Eisacktaler Kastanienweg sowie in den klassischen Wein- und Kastanienanbaugebieten rund um Bozen, im Unterland und Überetsch, im Etschtal, im Burggrafenamt und in der Völser Gegend.
Wer in einen Buschenschank des Qualitätssiegels „Roter Hahn“ zum Törggelen einkehrt, kann sich nicht nur darauf verlassen, dass alle Gerichte hausgemacht und nach Familienrezept zubereitet werden. Zudem stammen mindestens 30 Prozent der verwendeten Zutaten direkt vom Hof und werden auch dort verarbeitet. Die korrespondierenden Weine müssen sogar allesamt aus Eigenanbau stammen – stets erkennbar an den umliegenden Rebstöcken.
Törggelen, aber bitte richtig
Im Jahr 2025 sind es zwölf Buschenschänken, die sich an den Kriterien des Südtiroler Qualitätssiegels „Roter Hahn” orientieren und an der Initiative „Törggelen am Ursprung” teilnehmen. Zum offiziellen Saisonstart am Samstag, dem 4. Oktober 2025, gegen 19 Uhr, wenn es langsam dunkel wird, wird dort feierlich das sogenannte Keschtnfeuer entzündet. Neben gebratenen Kastanien bietet jeder Hof eine weitere „Attraktion” in Form einer Führung oder einer (Wein-)Verkostung.
Besucher können sich beispielsweise durch verschiedene Edeldestillate, Fruchtaufstriche und Sirup-Spezialitäten probieren oder gemeinsam mit den Bauern die Keller und Selchkammern besichtigen. Dabei erzählen die Gastgeber allerlei Geschichten über Haus und Hof. Übrigens signalisieren die „Buschen“ (grüne Zweige) über dem Eingang des bäuerlichen Schankbetriebs traditionell, dass dieser geöffnet hat. Tipp: Aufgrund der großen Nachfrage ist beim Törggelen eine Reservierung unbedingt zu empfehlen.
Historisches und Insider-Wissen
Das Wort Törggelen leitet sich von der sogenannten „Torggl“ (lateinisch torculus) ab, also der hölzernen Weinpresse in den Kellern der Südtiroler Weinbauern. Heute bezeichnet der Begriff den Brauch, im Herbst den jungen Wein zu verkosten. Seit vielen Jahrzehnten wird diese kulinarische Tradition von Einheimischen und Urlaubern gleichermaßen von Anfang Oktober bis Ende November gelebt und geliebt. Das klassische Törggelen will allerdings gelernt sein, denn es geht nicht einfach nur darum, sich nach der erfolgreichen Ernte in den örtlichen Buschenschänken mit hausgemachten Köstlichkeiten zu stärken.
Vielmehr gilt: Wer nicht zu Fuß kommt, törggelt nicht richtig. Die Wanderung vor der Einkehr gehört also ebenso dazu wie eine festgelegte Menüfolge mit mehreren Gängen. Zu den edlen Tropfen aus Eigenanbau servieren die „Roter Hahn“-Gastgeber in der Regel zuerst eine Gerstsuppe aus Graupen, danach Knödel, Kraut, Hauswurst und Selchfleisch. Vegetarier lassen sich wahlweise Kasnocken oder Schlutzkrapfen schmecken. Den Abschluss bilden stets süße Krapfen und „Keschtn“. Was ebenso nicht fehlen darf, sind Musik und eine gesellige Runde.
Urlaub beim Südtiroler Weinbauern
Wer nicht nur einen stimmungsvollen Abend, sondern gleich mehrere Tage beim Winzer verbringen möchte, kann die praktische Filterfunktion auf der „Roter Hahn“-Website nutzen, um geeignete Unterkünfte zu finden. Alle Weinhöfe sind klein und in Familienbesitz, entsprechend persönlich ist die Betreuung vor Ort.
So unternimmt der Winzer gerne regelmäßig Hofführungen und geht mit den Feriengästen während der Lese gemeinsam in den Weinberg. Traditionell packt dort die ganze Familie bei der Traubenernte mit an. Nach getaner Arbeit werden die fleißigen Helfer mit einer Marende zwischen den Rebstöcken belohnt. Vinophilen gewährt der Winzer zudem Einblick in seine heiligsten Hallen: den Keller, in dem der Rot- und Weißwein in Holzfässern oder Stahltanks bis zur Geschmacksvollendung reift. Selbstverständlich werden auch dort Verkostungen durchgeführt.
Insgesamt erfüllen derzeit 365 Südtiroler Weinhöfe die strengen Kriterien von „Roter Hahn“.
Über „Roter Hahn“
Der Südtiroler Bauernbund vereint unter dem Qualitätssiegel „Roter Hahn“ 1.700 authentisch geführte Höfe in allen Teilen des Landes. Mit den vier Produktlinien „Urlaub auf dem Bauernhof“ (gleichnamiger Katalog), „Qualitätsprodukte vom Bauern“, „Bäuerlicher Feinschmecker“ und „Bäuerliches Handwerk“ (gleichnamige Broschüren) sowie der neuen Kochschule als fünfte Säule der Marke weisen die Südtiroler den Weg für den Reisetrend der Zukunft. „Roter Hahn“ steht für Qualität und ein unverfälschtes Reiseerlebnis. Urlaub auf dem Bauernhof in Südtirol bedeutet, Brauchtum, Natur und Leben hautnah zu erleben.
Weitere Informationen unter www.roterhahn.it.
Quelle: Roter Hahn c/o AHM Kommunikation