Auf der Rifugio Maddalene bieten die Hüttenwirte Übernachtungen an. - Schlemmen auf der Alm: Die Malghe im Trentino
Italien

Schlemmen auf der Alm: Die Malghe im Trentino

Im Trentino lassen sich viele Malghe einfach erwandern. Von dort aus können nicht nur Bergtouren unternommen werden, sondern es werden auch schmackhafte, oft selbst hergestellte Produkte angeboten. Ein kulinarischer Streifzug.

Wer sich im Trentino auf Wanderschaft begibt, sollte bei der Tourenplanung eines im Blick haben: Die Malghe sind perfekte Rast- oder Zielpunkte, an denen man einfache und ehrliche Speisen bekommt, die meist vor Ort mit viel Handarbeit und Liebe zubereitet werden. Gut 300 bewirtschaftete Almen gibt es in den Trentiner Bergen und in jede Berggruppe lässt sich eine Malga in die jeweilige Route einbauen. Es ist also nicht die schlechteste Idee, sich kulinarisch leiten zu lassen und dabei vielleicht auch neue Regionen kennenzulernen.

Almgenuss über den Apfelplantagen des Val di Non

Beginnen wir im nördlichen Trentino auf der linken, also westlichen Seite der Etsch. Das Val di Non ist durch seine ausgedehnten Apfelplantagen geprägt und verfügt mit Mela Val di Non über einen eigenen, geschützten Markennamen. Hier erhebt sich die Maddalena-Gruppe (Catena delle Maddalene), die bis auf 2.742 Meter (Punta di Quaira) reicht. Breite Almrücken, Grasgipfel und ausgedehnte Weideflächen prägen das Landschaftsbild der Maddalene im Val di Non – ideal für die Almwirtschaft. Eine erstklassige Adresse ist die auf 1.830 Metern gelegene Malga Bordolona, die in den Sommermonaten von einer Italienischlehrerin und ihrem Mann, einem Philosophen, sowie ihren drei Kindern bewirtschaftet wird. Die Familie hütet 100 Milchkühe, Jungvieh und Kälber. Aus der Milch stellt sie die für das Trentino typischen Käsesorten Casolet und Nostrano her. Mit der Molke, einem Abfallprodukt beim Käsen, produzieren sie Ricotta. Dieser wird hier oben auf der Malga Bordolona besonders cremig und gleichzeitig flockig. Er hat einen milden, leicht süßlichen Geschmack. Unbedingt probieren.

Nur circa 20 Kilometer weiter südlich, an der Nordwestabdachung der Brenta, liegt die Malga Tuena. Sie ist ein idealer Ausgangspunkt für ausgedehnte Touren in und durch die Brenta. Auf 1.740 Metern Höhe produzieren hier junge Sennerinnen und Senner Käse und Joghurt, backen selbst Brot und bieten einen Schlafsaal mit zwölf Betten an. Die Alm lässt sich vom kühlen, glasklaren und komplett von Wald umgebenen Lago di Tovel (1.177 m), einem Relikt aus der letzten Eiszeit, bequem in eineinhalb bis zwei Stunden erwandern. Bis zum See, in dem sich die umliegenden Gipfel der Brenta spiegeln, verkehrt in den Sommermonaten eine Buslinie (es gibt auch einen Parkplatz für Autos).

Eine erstklassige Adresse ist die Malga Bordolona, gelegen auf 1830 Metern und in den Sommermonaten bewirtschaftet von einer Italienisch-Lehrerin und ihrem Mann, einem Philosophen, und ihren drei Kindern.

Von Casolét bis Crêpes: Köstliche Abstecher ins Val di Sole und Val di Fiemme

Nordwestlich der Brenta liegt das Val di Sole, das sich für ausgedehnte Alm- und Hüttentouren eignet. Im Val di Rabbi, einem von der Ortlergruppe begrenzten Seitental, bietet sich die auf 1.482 Metern gelegene Malga Fratte Bassa als Ausflugsziel an. Man startet im kleinen Ort Rabbi Fonti auf 1.250 Metern Höhe, folgt den Schildern zur Cascata Ragaiolo und holt sich den Appetit für eine ausgiebige Einkehr in der Alm. Der Wasserfall ist per tibetanischer Hängebrücke erschlossen. Die frisch zubereitete Polenta mit Pilzen und dem selbst gemachten Casolét-Käse, einer Spezialität aus dem Val di Sole, schmeckt köstlich. Auch die Gnocchi di Ricotta oder die ebenfalls selbst gemachten Strangolapreti, die am Nachbarstisch serviert werden, sehen verlockend aus.

Auf der anderen Seite der Etsch, im Val di Fiemme, gibt es eine Alm, die alle Klischees erfüllt, die sich wandernde Gäste wünschen. Auf den blumenreichen Wiesen rund um die Agritur Malga Salanzada (1.037 m) tummeln sich Kühe, auf dem Hof grunzen Schweine, blöken Schafe und ab und an schreit ein Esel sein markerschütterndes I-A. Hier bekommt man Käse und Speck aus eigener Herstellung. Die hausgemachte Preiselbeermarmelade ist ein Gedicht, besonders in Kombination mit süßen Knödeln oder den zarten Crêpes.

Würzige Spezialitäten im Val di Fassa

Nicht weit vom Passo San Pellegrino im Val di Fassa liegt die auf 1.810 Metern gelegene Malga Boer. Hier kann man den würzigen Bergkäse „Cuor di Fassa” probieren, eine Spezialität des Fassatals. Er wird aus Rohmilch hergestellt und gehört zu den Käsen mit gewaschener Rinde, die für ihre ausgeprägten Aromen bekannt sind. Die Alm bietet diverse Brotzeitplatten an und serviert sowohl Trentiner als auch ladinische Gerichte. Von hier aus lassen sich ausgedehnte Touren durch das Becken Conca del Fuciade unternehmen, das wie ein Amphitheater aus Kalkstein wirkt und Ausblicke auf die Marmolada-Gruppe, den Costabella-Kamm, die Pala-Gruppe und die Lagorai-Kette bietet. Nur eine halbe Stunde Gehzeit entfernt liegt die auf 1.824 Metern im Val Venegia gelegene Malga Venegiota. Sie schmiegt sich förmlich an die Felswände der majestätischen Pale di San Martino di Castrozza. Ihrerseits wartet sie mit einer Käsespezialität auf: dem Tosèla. Am besten schmeckt dieser übrigens mit im Kessel gerührter Polenta.

Weitere Alm-Inspirationen gibt es auf der Website von visittrentino unter www.visittrentino.info/de/artikel/essen-und-trinken/mittagessen-auf-der-alm.

Über das Trentino – so vielfältig und bunt wie die vier Jahreszeiten

Die autonome Provinz Trentino in Norditalien, zwischen den Dolomiten und dem Gardasee gelegen, präsentiert sich als Urlaubsziel für 365 Tage im Jahr. Hier vereint sich mediterraner Lebensstil mit alpinen Traditionen, schroffe Gipfel treffen auf sonnige Weinberge und glasklare Seen – mehr als 300 an der Zahl.

Im Winter lockt eine Vielzahl unterschiedlicher Wintersportangebote, im Frühling verwandeln sich die Obstplantagen in ein pastellfarbenes Blütenmeer und dank des milden Klimas können Natur- und Sportliebhaber wieder durchstarten. Der Sommer steht ganz im Zeichen des Wassersports auf den über 300 Seen. Dazu kommen Wanderungen, Radtouren und rasante Mountainbike-Möglichkeiten. Hübsche Städte wie Trient und Rovereto laden zu kulturellen Entdeckungen ein. Dazu locken unzählige Schlösser, historische Burgen, Museen und Musikveranstaltungen.

Die App „Mio Trentino“ ist der perfekte Reisebegleiter für maßgeschneiderte Unternehmungen. Sie kann kostenlos in den gängigen App-Stores heruntergeladen werden. Sie liefert nützliche Urlaubstipps, Informationen zu Öffnungszeiten, Veranstaltungen und Aktivitäten – sowohl bei der Reiseplanung als auch vor Ort – und ist gleichzeitig die digitale Gästekarte, die man von teilnehmenden Unterkünften erhält.

Quelle: Trentino Marketing S.r.l. c/o FEUER & FLAMME. DIE AGENTUR