Barrierearmer Rundgang im Naumburger Dom - Saale-Unstrut: Weltkultur für alle
Saale und Unstrut

Saale-Unstrut: Weltkultur für alle

Burgen, Dome, Klöster und Schlösser: Die Region Saale-Unstrut zählt mit ihrem Reichtum an Baudenkmalen und ihrer jahrhundertealten Weinbaugeschichte zu den bedeutendsten Kulturregionen Deutschlands. Leitstern ist der Naumburger Dom, der zum UNESCO-Welterbe gehört und mit seinen ausdrucksstarken Stifterfiguren beeindruckt. Trotz ihres biblischen Alters von teilweise über 1.000 Jahren sind zahlreiche architektonische Zeitzeugen auch für Menschen mit Beeinträchtigungen erlebbar. Das macht die Region zum Mekka für Geschichts- und Baukulturinteressierte – mit oder ohne Einschränkungen.

„Tourismus, der niemanden ausschließt, ist für uns kein Nischenthema, sondern die Grundlage für eine verantwortungsvolle Entwicklung der Destination“, sagt Antje Peiser, Geschäftsführerin von Saale-Unstrut Tourismus. Dass die Region es ernst meint, zeigt das Tempo, mit dem sie die Zertifizierung nach dem Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ vorantreibt. Mehr als 30 Kultur- und touristisch relevante Einrichtungen, Unterkünfte und Wanderwege sind bereits nach dem bundesweit einheitlichen System zertifiziert, darunter Besuchermagneten wie der Naumburger Dom, der Merseburger Dom, die Burg Querfurt oder das Besucherzentrum Arche Nebra.

Ausstellungsraum mit der größten Porzellanvase der Welt auf der Leuchtenburg in Seitenroda.

Leuchtenburg: Porzellanschätze und Panoramablick

Bald wird in der Region Saale-Unstrut zudem die erste Höhenburg in Deutschland mit schwellenlosem Zugang zu finden sein: die Leuchtenburg im kleinen, malerischen Örtchen Seitenroda. Die „Königin des Saaletals“ thront majestätisch und weit sichtbar auf einem 400 Meter hohen Muschelkalkfelsen oberhalb der Porzellanstadt Kahla, unweit von Jena.

Auf der Burg befindet sich das Museum Porzellanwelten, für das ebenfalls geprüfte Informationen zur Barrierefreiheit vorliegen. Besucher können auf über 3.000 Quadratmetern Fläche in mehr als 260 Jahre Thüringer Porzellangeschichte eintauchen. Die Ausstellung ist rollstuhlgerecht und mit dem Aufzug erreichbar. Auch das Besucherzentrum, die Burggastronomie sowie ein Panorama-Bistro sind ebenerdig zugänglich.

Die 61 Höhenmeter bis zur Burg mussten bislang jedoch zu Fuß bewältigt werden, was für Besucher mit Einschränkungen und ohne Begleitperson oft ein unüberwindbares Hindernis darstellte. In diesem Herbst wird an der Ostseite des Burgberges jedoch ein Schrägaufzug eingeweiht, der Besucher in nur zwei Minuten nahezu bis vor das Burgtor bringt. Von dort aus führt ein gut begeh- und befahrbarer Panoramaweg zur Leuchtenburg. Der Aufzug ist ein deutschlandweit einmaliges Vorhaben zur Förderung der Teilhabe am Kulturtourismus.

Über „Reisen für Alle“

Das bundesweit einheitliche Zertifizierungssystem steht für transparente, verlässliche und geprüfte Informationen zur Barrierefreiheit touristischer Angebote. Es bewertet nicht, ob etwas barrierefrei ist, sondern beschreibt objektiv und detailliert, wie zugänglich ein Angebot für unterschiedliche Bedürfnisse tatsächlich ist. Aktuell tragen in Sachsen-Anhalt knapp 300 touristische Einrichtungen und in Thüringen 114 Betriebe das Gütesiegel. Deutschlandweit sind es rund 3.000.

Seit einigen Jahren werden Anstrengungen unternommen, die Zahl der Betriebe, die sich nach dem Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ zertifizieren lassen, stetig zu steigern. Unterstützt wird dies von den Bundesländern.

Kloster Memleben: Ottonische Herrscher und spätromanische Gemäuer

Das Museum Kloster und Kaiserpfalz Memleben, südwestlich von Nebra im idyllischen Unstruttal gelegen, entführt weit zurück in die Geschichte, in die Glanzzeit der ottonischen Herrscher. Der Ort war der Sterbeort von Heinrich I. und Otto I. Nach Ottos Tod stifteten Kaiser Otto II. und seine Frau Theophanu hier ein Benediktinerkloster zum Gedenken an die verstorbenen Vorfahren. Es entwickelte sich rasch zu einer bedeutenden Reichsabtei. Die eindrucksvollen Ruinen zweier Klosterkirchen lassen ihre einstige Größe erahnen. Und noch immer ist Memleben ein Ort des Wissens und der Spiritualität.

Das Kloster ist seit 2024 nach „Reisen für Alle“ zertifiziert. Ein hindernisfreier Rundgang führt zur spätromanischen Kirchenruine aus dem 13. Jahrhundert, zu den Überresten der Monumentalkirche aus dem 10. Jahrhundert, durch den liebevoll gepflegten Klostergarten und in den Klausurhof. Sechs große Ausstellungsbereiche zu den Themen Archäologie, ottonische Herrschaft, Buchherstellung, Baugeschichte und Alltag der Mönche sowie das Klostercafé und die Sanitäranlagen sind für alle Gäste ohne Hürden zugänglich.

Kloster und Kaiserpfalz Memleben

Wandern für alle

Kultur- und Naturerlebnis liegen in der Region Saale-Unstrut eng beieinander. Eines der bedeutendsten Schutzgebiete der Region ist der Naturpark Unteres Saaletal. Er erstreckt sich vom Nordwesten der Stadt Halle bis über Nienburg hinaus und umfasst eine Fläche von rund 40.800 Hektar. Naturlehrpfade, Wanderwege und Aussichtspunkte erschließen das Gebiet, wobei einzelne Angebote auch für Menschen mit Einschränkungen ausgewiesen sind.

Nach „Reisen für Alle“ zertifiziert sind der Naturlehrpfad durch die Porphyrlandschaft Wettin/Gimritz sowie der Informations- und Aussichtspunkt auf dem Saalberg in Rothenburg. Letzterer ist besonders für Rollstuhlfahrer zu empfehlen. Von den Parkmöglichkeiten an der nahegelegenen Anwohnerstraße „Saalberg“ führen 250 gut befahrbare Meter Weg zur Aussicht, von der sich ein Blick über das Saaletal mit Hangterrassen, Streuobstwiesen und Auengrünland eröffnet. Stufenlos zugängliche und im Sitzen einsehbare Schautafeln informieren über das historisch gewachsene Vegetationsmosaik. Es sind Sitzmöglichkeiten vorhanden.

Naturlehrpfad durch die Porphyrlandschaft Wettin/Gimritz

  • Länge: 2,5 Kilometer
  • Start/Ziel: Parkplatz in Mücheln (OT Wettin-Löbejün) vor dem Eingang zur Templerkapelle
  • Wegbeschaffenheit: vorwiegend gut begehbarer, trittsicherer Untergrund mit Rasen und Kies, vereinzelt nicht trittsicherer Untergrund mit losen Steinen und/oder Neigung/Steigung bis 20 Prozent

Informations- und Aussichtspunkt auf dem Saalberg in Rothenburg

  • Parkmöglichkeit: öffentliches Parken an der Anwohnerstraße Saalberg
  • Strecke bis zum Aussichtspunkt: 250 Meter
  • Wegbeschaffenheit: zum Teil asphaltierter Weg oder feste, leicht begeh- und befahrbare Schotteroberfläche mit maximaler Längsneigung von 10 Prozent

Weitere Informationen zu barrierefreien Einrichtungen, Angeboten und Unterkünften finden Sie unter www.saale-unstrut-tourismus.de/planen/barrierefrei-reisen.

Über Saale-Unstrut

Saale-Unstrut ist eine vom Hochmittelalter geprägte Wein- und Kulturlandschaft, die sich von Süd-Sachsen-Anhalt bis nach Thüringen erstreckt. Ein weltweit einmaliges architektonisches Erbe aus 1.000 Jahren europäischer Geschichte bildet zusammen mit malerischen Flusslandschaften, alten Weinbergen, Steilterrassen, Natursteinmauern und Weinberghäuschen ein facettenreiches Nahreiseziel. Es zieht sowohl anspruchsvolle Wein- und Kulturinteressierte als auch aktive Naturgenießer an.

Weltweite Bedeutung erlangt die Region durch das UNESCO-Welterbe Naumburger Dom im Zentrum. Die Initiative „Handgemacht Saale-Unstrut“ steht für Tradition, Kreativität und Heimatverbundenheit und weist Urlaubern den Weg zu regionalen Produzenten, Handwerkskunst, Gastronomen und Mitmacherlebnissen.

Quelle: Saale-Unstrut Tourismus GmbH c/o THIEL Public Relations e. K.