phaeno eröffnet Forum mit erstem Thema: Kunststoff
In seinem 20. Jubiläumsjahr hat das phaeno Science Center in Wolfsburg einen neuen Ort eröffnet: das Forum. Es ist ein bewusster nächster Schritt in der Geschichte des phaeno und zugleich eine Antwort auf eine Frage, die Science Center weltweit beschäftigt. Was bedeutet es, Wissenschaft für die Gesellschaft zu kommunizieren, wenn die großen Herausforderungen unserer Zeit nicht durch ein einzelnes Experiment erklärt werden können, sondern wenn ihre Lösungen gemeinsam ausgehandelt werden müssen?
Von der Faszination zur Orientierung
Seit 20 Jahren ist das phaeno ein Ort, der naturwissenschaftliche Phänomene erlebbar macht. Dieses Fundament bleibt bestehen. Mit dem Forum erweitert das phaeno sein Programm um Themen, die über das einzelne Phänomen hinausgehen. Themen, die komplex und gesellschaftlich relevant sind und für die es keine einfachen Antworten gibt. Das Forum schafft dafür einen Ort – zum Nachdenken, zum Austausch auf Augenhöhe und für neue Perspektiven.
Es ist in „Planet A“, den neuen Ausstellungsbereich des phaeno zu Wetter- und Klimaphänomenen, eingebettet. Besucher:innen erfahren dort beispielsweise, wie CO₂ zur Erderwärmung beiträgt und welche Rolle fossile Rohstoffe im Klimasystem spielen. Kunststoff, das erste Thema des Forums, schließt hier unmittelbar an. Es basiert auf fossilen Ausgangsstoffen, ist in seiner Herstellung klimawirksam und gleichzeitig so tief in Alltagsprozesse und Versorgungsketten integriert, dass seine Rolle neu gedacht werden muss. Das Forum nimmt diese Zusammenhänge als Ausgangspunkt und fragt nach Wegen zu einem zirkulären und ressourcenschonenden Umgang.
Ziel ist nicht nur naturwissenschaftliches Verstehen, sondern auch das Einordnen von Komplexität als Grundlage für informierte Meinungsbildung und gesellschaftliche Teilhabe.
Eine starke Partnerschaft – weitere sind geplant
Das erste Forum-Format wurde durch eine Kooperation mit der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften ermöglicht. Den inhaltlichen Ausgangspunkt bildete das Forschungsprojekt REVFIN, das sich derzeit seinem Abschluss nähert und an zirkulären Strategien für Kunststoff-Fischernetze gearbeitet hat. Die Kooperation zwischen phaeno und Ostfalia gilt im Rahmen der laufenden Förderung durch die VolkswagenStiftung als Leuchtturmprojekt mit der Perspektive, die Zusammenarbeit in einem Folgeantrag weiterzuführen. Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation haben hier gemeinsam neue Wege erprobt und ein Modell entwickelt, wie Hochschule und Science Center Zukunftsfragen in den gesellschaftlichen Dialog bringen können.
An ihrem Wolfsburger Institut für Recycling forscht die Ostfalia an den Werkstoffthemen der Zukunft – von nachhaltigen Faserverbundwerkstoffen bis hin zu biobasierten Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen. Diese Forschung erhält im Forum des phaeno einen lebendigen Resonanzraum. Mögliche Anknüpfungspunkte für weitere Forum-Themen, etwa im Bereich biobasierter Kunststoffalternativen, werden derzeit gemeinsam erkundet.
Die Zusammenarbeit mit der Ostfalia reicht dabei über Werkstoffe hinaus: Auch in den Bereichen frühkindliche Bildung und AkkurRacer verbinden phaeno und Ostfalia am Standort Wolfsburg Forschung und öffentliche Vermittlung. Die Forschungsregion Wolfsburg-Braunschweig bietet dafür ein starkes Fundament. Das phaeno versteht sich als Ort, an dem Wissenschaft in gesellschaftliche Gespräche eingebettet wird und an dem Forschende ihr Wissen in einem Kontext präsentieren, der neue Perspektiven eröffnet.
20 Jahre phaeno: Innovative Themen, innovative Formate
Das Forum setzt nicht nur auf neue Inhalte, sondern auch auf neue Formate: dialogische Elemente, partizipative Zugänge und wechselnde Kooperationen mit Wissenschaft und Gesellschaft. Das phaeno begreift das Forum dabei ausdrücklich als Prozess – es gibt noch viel zu entdecken, auszuprobieren und gemeinsam weiterzuentwickeln. Ganz in der Tradition eines Science Centers, das vom Experimentieren lebt.
phaeno Science Center Wolfsburg
Seit 20 Jahren gehört das phaeno zu den wichtigsten außerschulischen Lernorten in Niedersachsen. Es versteht sich als Ort, an dem Naturwissenschaft und Technik unmittelbar erfahrbar werden – ohne Vorkenntnisse, barrierearm und generationenübergreifend. Die außergewöhnliche Architektur von Zaha Hadid macht das Gebäude selbst zum Exponat: eine begehbare Landschaft, die Staunen auslöst und einen außergewöhnlichen Rahmen für rund 250 Exponate schafft.
Quelle: phaeno Science Center Wolfsburg