Pfahlbaumuseum und Inklusionshotel gewinnen Bodensee-Innovationspreis Bodensee25
Der Tourismus-Innovationspreis "Bodensee25" geht in diesem Jahr an das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen und das Hotel Seehörnle in Gaienhofen auf der Halbinsel Höri. Der Verband der Tourismuswirtschaft Bodensee (VTWB) hatte dazu aufgerufen, Projekte und Angebote einzureichen, die einen relevanten Beitrag zur Weiterentwicklung des Tourismus am Bodensee leisten und das positive Image der Region stärken. Die Auszeichnung wurde den Preisträgern Anfang Dezember 2025 auf dem Tourismusforum der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH (IBT) im Dornier Museum in Friedrichshafen überreicht.
Aus 21 Einreichungen wählte die international besetzte Jury, die sich aus Vertretern aller vier Länder der Bodenseeregion zusammensetzt, die beiden Preisträger aus. In der Kategorie Nachhaltigkeit überzeugte das „Bio-Hotel und Gasthaus Seehörnle“ in Gaienhofen-Horn, ein Inklusionsbetrieb. Das vom Caritasverband Konstanz getragene, beliebte Urlaubshotel verbindet das Ziel der Klimaneutralität mit dem Bestreben um soziale Nachhaltigkeit. Auf die Tische kommen hier nur biozertifizierte Lebensmittel mit kurzen Lieferwegen. Die Heizung wird klimaneutral mit Hackschnitzeln vom lokalen Förster befeuert. Auch die Hygiene- und Kosmetikartikel sowie das Büromaterial stammen aus naturverträglicher Herstellung. Durch die Aufstockung des Hotelgebäudes um ein weiteres Geschoss im Effizienzhaus-Standard konnten im Jahr 2023 elf zusätzliche barrierefreie Gästezimmer eingerichtet werden. Ein Drittel der Mitarbeitenden des Seehörnle hat eine wesentliche Behinderung und benötigt zur Teilhabe am Arbeitsleben besondere Unterstützung. Somit kommt zum Anliegen der ökologischen Nachhaltigkeit auch das der sozialen Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft hinzu.
In der Kategorie „Erlebnisse“ ging das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen als Sieger hervor. Es hatte sich mit dem im Jahr 2024 eröffneten „Neuen Museum am See“ beworben. Der Neubau in Holzbauweise mit Besucherzentrum und Ausstellungsflächen interpretiert die „Pfahlbaukonstruktion“ auf moderne Weise und vermittelt zwischen der Ortsbebauung und der steinzeitlichen Welt der Pfahlbauten im Wasser. Die Modernität des Neubaus und seine museale Ausgestaltung sind für das von einem Verein getragene Museum ein gewaltiger Schritt. Denn darin entwickelt es seine über 100 Jahre gewachsene Vermittlungspraxis hin zu einer zeitgemäßen, emotionalen Präsentation des Themas „Welterbe Pfahlbauten“ mit interaktiven Präsentationen an Medienstationen, rollstuhlgerechten Blickwinkeln, NFC-Tags an allen Exponat-Vitrinen und farbig hervorgehobenen Texten für Kinder.
Die enormen Investitionen des Vereins zeigen bereits jetzt Wirkung: Das Durchschnittsalter der Museumsbesucher:innen beträgt im Pfahlbaumuseum mittlerweile 30 Jahre und liegt damit weit unter dem üblichen Durchschnitt.
Das Pfahlbaumuseum und das Hotel Seehörnle freuen sich jeweils über ein Preisgeld von 2.500 Euro. Die Auswahl ist der Jury nicht leichtgefallen. Die 21 Einreichungen setzen sich zu einem überzeugenden Kaleidoskop der Innovationsfreude im Bodenseetourismus zusammen. Es gibt viele weitere preiswürdige Initiativen: die „zeigmal-App“ aus Radolfzell, der Thurgauer Kugelbahnweg „Rugelreise“, das Naturkino Allensbach und der Verein Mobil am See, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Barrierefreiheit am gesamten Bodensee zu verbessern.
Der Preis wurde dieses Jahr in zwei Kategorien vergeben: In der Kategorie „Erlebnisse” werden Angebote und Projekte ausgezeichnet, die einzigartige, berührende und inspirierende Momente schaffen. In der Kategorie „Nachhaltigkeit” werden zukunftsorientierte Konzepte ausgezeichnet, die dazu beitragen, die Attraktivität der Region langfristig zu bewahren und sie so zu gestalten, dass sie Gäste und Einheimische auch in vielen Jahren noch begeistert. Einen Sieger in der Kategorie „Grenzüberschreitende Zusammenarbeit” gab es in diesem Jahr nicht.
In der Jury saßen erfahrene Fachleute aus allen vier Ländern der Region: die Tourismusexpertin Monika Grünenfelder aus der Schweiz, die DHBW-Professorin für Tourismusbetriebswirtschaft Anja Brittner-Widmann, der Geschäftsführer der Kongresskultur Bregenz GmbH, Gerhard Stübe, und Mathias Ulrich, der Geschäftsführer von Liechtenstein Tourismus. Koordiniert wurde der Wettbewerb vom VTWB in Zusammenarbeit mit der IBT. Die Einreichungen wurden unter anderem nach dem Grad der Innovation, dem Kundennutzen, den sozialen Auswirkungen, dem wirtschaftlichen Effekt auf die Wertschöpfungskette, der Imagewirkung für die Region und der Nachhaltigkeit im Sinne des Umgangs mit Ressourcen bewertet.
Der Innovationspreis des VTWB
Mit dem Bodensee-Innovationspreis setzt der Verband der Tourismuswirtschaft Bodensee (VTWB) alle zwei Jahre ein Zeichen für frische Ideen und kreative Lösungen zur Weiterentwicklung des Bodenseetourismus. Nach 2017, 2019 und 2023 findet der Wettbewerb in diesem Jahr zum vierten Mal statt. Gesucht werden Projekte, Konzepte oder Produkte, die den Bodenseetourismus innovativ weiterentwickeln und das Potenzial haben, das Image der Vierländerregion – bestehend aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein – positiv zu prägen.
Eine international besetzte Jury und klare Bewertungskriterien
Die aus Expertinnen und Experten aus allen vier Ländern der Bodenseeregion – Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein – bestehende Jury hat die Einreichungen für den Innovationspreis nach den folgenden Kriterien beurteilt:
- Innovationsgrad
- Mehrwert (für Kunden, Gäste, Mitarbeitende, Einheimische)
- Auswirkung auf die Wertschöpfungskette
- soziale Auswirkungen
- Imagewirkung für die Vierländerregion Bodensee
- Grad der digitalen Vermarktung
- Umgang mit Ressourcen
Mitglieder waren
- Prof. Dr. Anja Brittner-Widmann, Professorin an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg und Leiterin des Studiengangs BWL-Tourismus, Hotellerie und Gastronomie
- Gerhard Stübe ist Geschäftsführer der Kongresskultur Bregenz GmbH, die das Festspielhaus Bregenz betreibt. Zudem ist er eine zentrale Figur im grenzüberschreitenden Netzwerk BodenseeMeeting
- Mathias Ulrich ist seit März 2022 Geschäftsführer von Liechtenstein Marketing, der nationalen Agentur für Standortkommunikation und Tourismusförderung des Fürstentums Liechtenstein
- Monika Grünenfelder ist Betriebsökonomin und verfügt über langjährige Erfahrung in Marketing, Tourismus und Projektmanagement mit Schwerpunkten in den Bereichen Gartenkultur, Beratung und Gemeinwesen
Quelle: Verband der Tourismuswirtschaft Bodensee c/o PR2 Petra Reinmöller Kommunikation GmbH
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