Das Schindelkleid verleiht der Halde in Oberried-Hofsgrund ein prägnantes Gesicht und fügt sich harmonisch in die Landschaft auf dem Freiburger Hausberg Schauinsland ein. Das auf 1.147 Metern Höhe gelegene Hotel ist bekannt für seine Naturparkwirt-Küche und seine Wellness- und Bergspa-Angebote. - Perlen der Architekturroute Schwarzwald
Schwarzwald

Perlen der Architekturroute Schwarzwald

Neben den imposanten Schwarzwaldhöfen gibt es in der Ferienregion in Baden-Württemberg auch hochkarätige moderne Architektur. Sie lässt sich von historischen Bauweisen, Stilen und Materialien inspirieren, modernisiert Altes, schafft Neues und kann ebenfalls als schwarzwaldtypisch gelten. Die vom Verein Bauwerk Schwarzwald in Zusammenarbeit mit der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) initiierte Architekturroute stellt beispielhaft gelungenes regionales Bauen im Schwarzwald vor und macht die Verbindung von Tradition und Moderne für Besucher erlebbar. Im Folgenden finden Sie Tipps für besondere Hotels und Ferienhäuser sowie zwei empfehlenswerte Eventlocations.

Bodenhaftung und Höhenflüge: Die Halde auf dem Schauinsland

Ihr Schindelkleid verleiht der Halde ein prägnantes Gesicht und fügt sich harmonisch in die Landschaft des Freiburger Hausbergs ein. Die schlichte, regionaltypische und schöne Architektur spiegelt sich im Inneren in charmanten, lichten Räumen wider, die immer wieder den Blick aus 1.147 Metern Höhe ins umliegende Panorama freigeben. Überall ist Holz das Baumaterial, das für die Vereinbarkeit von Historie und Innovation, von Schwarzwälder Zeitgeist und modern interpretierter Tradition steht. In den 39 Zimmern und Apartments geben einheimische Materialien den Ton an. Auf den Teller kommen beim Naturparkwirt wertvolle und gesunde Produkte aus der Region, etwa Wild aus den umliegenden Jagden und Wasser aus der Haus-Berg-Quelle. Die Schwarzwälder Lucia und Martin Hegar führen die auch für ihre Wellness- und Bergspa-Angebote gerühmte Halde in Oberried-Hofsgrund seit dem Jahr 2000. Für die Eigentümer wie für das gesamte Team gilt: Hier wird Gastlichkeit gelebt.

Weltläufigkeit und Stilbewusstsein: Pflughofscheune in Gundelfingen

Unter dem Namen „FRIZ” haben Melanie Thoma und Ron van Es eine außergewöhnliche Sammlung von Design-Ferienwohnungen in Gundelfingen geschaffen. Die denkmalgeschützte Pflughofscheune aus dem Jahr 1843 wurde liebevoll restauriert und in sieben Ferienwohnungen verwandelt. Jede Wohnung ist architektonisch individuell gestaltet, kombiniert historische Bausubstanz mit moderner Ästhetik und bietet Ruhe, Komfort und Charme. Im spannenden Kontrast zur alten Scheune steht der moderne Neubau mit klaren Linien, zeitgenössischer Architektur und einer Atmosphäre von Offenheit und Licht. Hier befindet sich die achte Ferienwohnung, die von einer privaten Kunstsammlung geprägt wird. Die acht Refugien verbinden allesamt ländliches und städtisches Flair und bestechen durch Weltläufigkeit und Stilbewusstsein.

Pflughofscheune in Gundelfingen

Idyllisch am Waldrand gelegen: Ferienhaus im Michelbach in Nordrach

Die vielen Hofbrennereien haben dem „Dorfurlaub“-Ort Nordrach im mittleren Schwarzwald den Beinamen „Obstbrennerdorf“ beschert. Der Luftkurort hat neben einer abwechslungsreichen Wanderlandschaft aber auch Sagenhaftes zu bieten. Der Waldgeist „Moospfaff“ ist im Ort sehr präsent und im Oktober findet sogar ein „Moospfaff-Monat“ mit vielen Veranstaltungen statt. Am Rande des Waldes, am namensgebenden Michelbach, steht seit 1831 ein Häuschen. Es wurde ökologisch, regional und liebevoll saniert und bietet als Ferienhaus Platz für bis zu acht Personen. Die ursprünglichen Holzwände konnten teilweise integriert werden, gedämmt wurde mit Stroh und Holzwolle. Das Obergeschoss erhielt einen Dielenboden und eine Wandverkleidung aus heimischer Tanne, das Untergeschoss regionales Eichenparkett und Lehmputz mit Wandheizung – so entstand ein außergewöhnliches Raumklima. Direkt vor dem Haus beginnen zahlreiche Wander- und Fahrradwege.

Ferienwohnung in der Tenne: Lippenhof in Unterkirnach

Nicht weniger als 21 Quellen sprudeln rund um den „Dorfurlaub“-Ort Unterkirnach am Ostrand des mittleren Schwarzwalds aus dem Boden. Viele Attraktionen im Luftkurort drehen sich daher ums Wasser: Auf dem rund vier Kilometer langen Erlebnisweg „Wie wohnt Wasser“ wird der Weg des Wassers von der Quelle bis zum Wasserhahn auf spielerische Art erklärt. Für einen Familienurlaub empfiehlt sich der auf über 900 Metern Höhe gelegene, denkmalgeschützte Lippenhof von Familie Neininger. Der Hof vereint Tradition und Moderne: In die Tenne wurde eine schöne Ferienwohnung mit großen Glaselementen gebaut, die einen guten Blick auf das historische Gebälk freigeben. Seit 1988 werden auf dem Hof Angusrinder gehalten – Roman Neininger zeigt und erklärt gerne die Freuden (und Herausforderungen) des landwirtschaftlichen Lebens.

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„Hederle – Ferien im Baudenkmal“ in Elzach-Oberprechtal

Das aus dem Jahr 1740 stammende Bauernhofensemble „Hederle“ liegt mitten im Schwarzwald in Elzach-Oberprechtal. Constanze und Christoph Freudenberger ermöglichen nach dem international verbreiteten Konzept „Ferien im Baudenkmal“ einen Urlaub, der auf moderne Ansprüche weitestgehend verzichtet und dennoch nicht an Komfort mangelt. Seit 2018 haben sie den Hof über fünf Jahre originalgetreu saniert und damit ein Stück Schwarzwaldkultur am Leben erhalten. Heute tauchen Gäste in das Lebensgefühl vergangener Zeiten ein und leisten mit ihrer Buchung einen Beitrag zum Erhalt des Ensembles. Bei der Sanierung setzten die Freudenbergers außen wie innen konsequent darauf, das originale Erscheinungsbild des Hofes zu bewahren.

Alles unter einem Dach: Rainhof Scheune in Kirchzarten-Burg

Die Rainhof Scheune in Kirchzarten-Burg wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut – noch ohne den Einsatz maschinell hergestellter Nägel und Schrauben. Es handelt sich um einen Massivbau mit gemauerten Außenwänden und Steilgiebeln, Werksteingewänden und hölzernem Innengerüst. Das Erdgeschoss war quergeteilt und in Abschnitte mit wechselnder Nutzung gegliedert: mehrere Viehställe mit Futtergängen, eine hohe Tenne hinter dem großen Tor sowie vermutlich ein Schopf und ein Pferdestall hinter den beiden niedrigen Toren. Im Obergeschoss befanden sich eine Reihe einfacher Knechtskammern und ein Heulager. Die über 2.000 Quadratmeter große, denkmalgeschützte Rainhof Scheune wurde von 2008 bis 2010 behutsam saniert, wobei möglichst viel der alten Bausubstanz erhalten blieb. Heute befindet sich im Erdgeschoss eine Gastronomie mit Terrasse und Gartenwirtschaft sowie eine „Marktscheune“ mit regionalen Produkten. Darüber hinaus entstand ein Hotel mit 16 Zimmern sowie einem Wellnessbereich mit Dampfbad und Sauna.

Wasserkraft und Wohlfühloase: Ravenna Lodge am Ende des Höllentals

Die in Breitnau am Ende des Höllentals gelegene „Ravenna Lodge“ bietet zwei topmodernisierte und sanierte Ferienwohnungen und ermöglicht eine Übernachtung direkt am Fuße der Ravenna-Schlucht und unterhalb des imposanten Ravenna-Viadukts. Das Gebäude blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück, denn es wurde aufgrund seiner Lage neben dem Ravenna-Bach ursprünglich zur Gewinnung von Wasserkraft gebaut. Ein Generator in der Gebäudemitte, angetrieben durch das Wasser des sich oberhalb des Viadukts befindlichen Weihers, versorgte das benachbarte Hofgut Sternen um 1900 mit elektrischem Strom. Nach seinem Dienst als Stromerzeuger diente das Gebäude unter anderem als Wohnhaus einer Waldarbeiterfamilie, als Häusle des Straßenwärters, als Wochenend-Refugium und zuletzt als Lebensraum einer jungen, naturliebenden Familie. 2021 wurde das stark renovierungsbedürftige Haus vollständig saniert und energetisch optimiert sowie durch eine zweite Wohnung im ehemaligen Ökonomieteil erweitert. Dabei wurde darauf geachtet, den ursprünglichen Charakter des Schwarzwaldhauses zu bewahren. Seit 2022 können die Ferienwohnungen „Ravenna-Bach“ (sechs Betten) und „Ravenna-Viadukt“ (vier Betten) gemietet werden. Sie überzeugen mit moderner Einrichtung, liebevoll ausgewählten Details und einem besonderen Ausblick.

Die Ravenna Lodge in Breitnau - Wasserkraft und Wohlfühloase: Ravenna Lodge am Ende des Höllentals

Zeuge vergangener Lebenswelten: „Schellis4” in Göschweiler

Im Löffinger Ortsteil Göschweiler tragen die Häuser noch Namen. Woher der Name „Schellis” genau stammt, ist nicht eindeutig nachgewiesen. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass er sich vom Geschlecht der „Ritter zu Schellenberg“ ableitet. Die „Schellenberger“ hatten im benachbarten Zähringerstädtchen Bräunlingen und in Hüfingen umfangreiche Besitzungen. Belegt ist, dass Maria Barbara von Schellenberg im 17. Jahrhundert auf Betreiben ihrer Brüder „in Puncto Fornicationis (einer vorehelichen Liebesbeziehung)” samt ihrem Geliebten Kaunz aus dem Städtchen gejagt wurde. Sie fand wohl im heutigen „Schellis” Unterschlupf. Das „Schellis 4“ bietet heute alles für einen erholsamen Urlaub, insbesondere für Architekturliebhaber. Der Eindachhof wurde mit nachwachsenden Rohstoffen saniert, mit Holz aus der Umgebung ertüchtigt, mit Schafwolle gedämmt und mit alten Ziegeln aus der Nachbarschaft „neu“ eingedeckt. Die Energie für Licht und Wärme stammt vom Dach. Das Haus bewahrt mit den Zimmern „Stube“, „Stall“, „Schopf“, „Tenne“ und „Heustock“ die ursprüngliche Aufteilung und macht sie erlebbar.

Eine Pforte in die Vergangenheit: der Theurerhof in Calw-Speßhardt als Eventlocation

Am Ortsrand von Calw-Speßhardt im Nordschwarzwald liegt das eindrucksvolle Hof-Ensemble mit mehreren Gebäuden und einer über 400-jährigen Geschichte. Der Theurerhof wurde 2015 von der Familie Berlin gekauft, die auch das Hotel Kronelamm in Bad Teinach-Zavelstein betreibt. Rolf Berlin hat ihn mit viel Liebe zum Detail restauriert, saniert und modernisiert. Der ehemalige Bauernhof war verlassen, verwittert und kurz vor dem Verfall. Seit 2020 erstrahlt er prächtig und bietet eine malerische Kulisse – ob für Hochzeiten, Geburtstage oder andere Familien- oder Firmenevents. Die Räumlichkeiten des Theurerhofs erstrecken sich über zwei Etagen. Der großzügige Heuboden im Dachgeschoss bildet dabei den beeindruckenden Höhepunkt. Darunter befinden sich fünf weitere gemütliche Stuben.

Am Ortsrand von Calw-Speßhardt im Nordschwarzwald liegt das eindrucksvolle Hof-Ensemble mit mehreren Gebäuden und einer über 400 Jahre alten Geschichte.

Feiern und Tagen im Denkmal: Sumhofspeicher in Wolfach

Der im Jahr 1797 erbaute Sumhofspeicher stand 2015 kurz vor dem Abriss. Um den Kinzigtäler Speicher mit eingestelltem Kornkasten zu retten, wurde in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege die Translozierung und der Umbau konzipiert. Seit dem Wiederaufbau im Jahr 2018 auf dem historisch bedeutenden Liefersberger Hof in Wolfach ergänzt der Speicher das bestehende Ensemble aus Hof, Backhaus, Schopf und Bauerngarten. Er hat ein neues Leben als Festhütte und Seminarhaus gefunden. Er ist samt Verpflegung mit lokalen Spezialitäten vom Hof und aus der Nähe buchbar – von der süßen Kaffeepause bis zum mehrgängigen Menü. Wer noch mehr Abwechslung sucht, kann an einer Führung im Liefersberger Hof teilnehmen, sein eigenes Brot im Backhaus backen oder Wissenswertes über die Heilkräuter auf den umgebenden Wiesen erfahren.

Infos zum Bauwerk Schwarzwald e.V.

Der im Jahr 2020 gegründete Verein versteht sich als Dach für die Schwarzwälder Baukultur und das Handwerk. Die damit verbundene Leitidee ist, die regionsspezifische Bau- und Handwerkskultur im Schwarzwald zu fördern und eine Verbindung zwischen Tradition und Moderne, Architektur, Handwerk und Design, Forschung und Ausbildung sowie Experiment und Praxis zu schaffen. Zu den aktuell 143 Mitgliedern aus unterschiedlichen Bereichen gehören der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und der Naturpark Südschwarzwald, Vertreter aus Kommunen sowie die Architekten- und die Handwerkskammer. Die ausgezeichneten Objekte sind auf der 2023 mit der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) initiierten Architekturroute Schwarzwald erlebbar. www.bauwerk-schwarzwald.de

Mehr zur Architekturroute Schwarzwald gibt es unter www.architekturroute-schwarzwald.info.

Quelle: Schwarzwald Tourismus GmbH