Abfischfest Bruneiteich - Niederösterreich: Heimat außergewöhnlicher Welterbestätten
Niederösterreich, Österreich

Niederösterreich: Heimat außergewöhnlicher Welterbestätten

Die Natur- und Kulturschätze Niederösterreichs könnten nicht unterschiedlicher sein: Jahrhundertealte Klöster, unberührte Urwälder, historische Eisenbahnstrecken und lebendige Traditionen in Kellergassen und an Fischteichen. Mit der jüngsten Anerkennung der Waldviertler Karpfenteichwirtschaft als landwirtschaftliches Weltkulturerbe erhält Niederösterreich neben den bestehenden UNESCO-Auszeichnungen eine weitere globale Würdigung.

UNESCO-Welterbe-Auszeichnungen werden an Kultur- und Naturstätten von außergewöhnlichem universellem Wert verliehen. Sie werden in die Kategorien Weltkulturerbe und Weltnaturerbe eingeteilt. Zum immateriellen Kulturerbe zählen hingegen lebendige Traditionen, Bräuche sowie überliefertes Wissen. Viele dieser Orte und Bräuche lassen sich bei Führungen, Wanderungen und regionalen Festen in Niederösterreich unmittelbar erleben, vorab natürlich auch online unter: www.niederoesterreich.at/unesco-welterbe.

Die Wachau: Kulturlandschaft aus Wein, Donau und Geschichte

Seit dem Jahr 2000 zählt die Wachau zum UNESCO-Welterbe. Ausgezeichnet wurde die auf rund 40 Flusskilometern zwischen Melk und Krems über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft aus mittelalterlich geprägten Dörfern, Marillengärten und steilen Weinterrassen, die von hunderten Kilometern Trockensteinmauern gehalten werden. Diese Steinmauern werden bis heute von Hand errichtet – ein Handwerk, das seinerseits Teil des immateriellen Weltkulturerbes der UNESCO ist.

Zu den Höhepunkten zählen das Stift Melk, eines der bedeutendsten Barockklöster Europas, sowie das hoch über der Donau gelegene Stift Göttweig, das wegen seiner Lage oft als das „österreichische Monte Cassino” bezeichnet wird. Die Altstadt von Krems besticht durch ihre mittelalterlichen Gassen und die Kunstmeile, während das Städtchen Dürnstein mit seiner Burgruine und dem blau-weißen Kirchturm einen weiten Blick über die Donau und die Weinberge bietet. Die Region lässt sich am besten auf dem Donauradweg erkunden, der an beiden Ufern verläuft, oder bei einer Fahrt mit dem Schiff oder einer traditionellen Wachauer Zille. Ebenso imposant ist der Blick von oben, wenn man auf einer der 14 Etappen des Welterbesteigs Wachau wandert.

Wanderer unterwegs auf dem Welterbesteig Wachau.

Technik als Weltkulturerbe in den Wiener Alpen: die Semmeringbahn

Als erste Hochgebirgsbahn der Welt steht sie seit 1998 auf der UNESCO-Welterbeliste. Ausgezeichnet wurde die außergewöhnliche Ingenieursleistung, mit der die zwischen 1848 und 1854 erbaute Strecke die Nördlichen Kalkalpen auf 898 Metern Seehöhe überwindet: Über eine Länge von 41 Kilometern wurden 15 Tunnel, 16 Viadukte und 100 gewölbte Brücken gebaut. Durch die Erschließung wurde der Semmering zudem zum beliebten Sommerfrischeziel der k. u. k.-Gesellschaft, was heute noch an den Jugendstilvillen und den historischen Hotels entlang der Strecke sichtbar ist.

Besonders eindrucksvoll lässt sich das Weltkulturerbe auf dem rund 20 Kilometer langen Bahnwanderweg ab Semmering erleben. Er führt am berühmten 20-Schilling-Blick vorbei, dessen Panorama einst den österreichischen 20-Schilling-Schein schmückte, und bietet grandiose Ausblicke auf Schneeberg und Rax. Auch mehrtägige Touren mit Übernachtung und Halbpension werden angeboten.

Europas große Kurtradition im Wienerwald: Baden bei Wien

Die Stadt ist Teil der „Great Spa Towns of Europe“, die als bedeutende Kurstädte seit 2021 zum UNESCO-Welterbe zählen. Die Thermalquellen sind seit der Römerzeit dokumentiert. Ab 1793 stieg Baden unter Kaiser Franz II. zum führenden Kurort Österreichs auf. Im Jahr 1820 eröffnete hier das erste freistehende Kurhotel Europas. Die Welterbe-Kernzone umfasst die historische Altstadt mit den ehemaligen Bädern, das Ensemble aus Kurhaus und Kurpark sowie den Villengürtel bis zum Helenental.

Am besten erkundet man die Kurstadt bei thematischen Stadtführungen zu den historischen Badeanlagen und durch das Kurviertel. Die Schwefelquelle und die heutige Therme Baden machen die jahrhundertealte Badetradition unmittelbar erlebbar.

Baden bei Wien ist Teil der Great Spa Towns of Europe.

Wildnis von Weltrang: Dürrenstein-Lassingtal im Mostviertel

Das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal wurde 2017 von der UNESCO gemeinsam mit dem Nationalpark Kalkalpen zum ersten Weltnaturerbe Österreichs erklärt. Es steht somit in einer Reihe mit dem Grand Canyon und den Galapagos-Inseln. Ausgezeichnet wurde der größte zusammenhängende Urwaldrest des gesamten Alpenbogens.

Ein interaktives Besucherzentrum informiert über Natur, Urwald und Region und bietet geführte Exkursionen an (Buchung erforderlich). Der familienfreundliche Eulenweg führt an diversen Wissensstationen vorbei und ist auch mit dem Fahrrad befahrbar. Der Gipfel Dürrenstein selbst ist über mehrere Routen erreichbar. Empfehlenswert ist eine Übernachtung auf der Ybbstaler Hütte. Von dort führt der Luchs Trail, ein 13-etappiger Weitwanderweg, weiter.

Fordern Sie jetzt Ihren kostenlosen Reisekatalog an und entdecken Sie unsere schönsten Urlaubsziele!

Gelebtes Kulturerbe: Weinviertler Kellerkultur

Die Weinviertler Kellerkultur zählt seit 2022 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. In den Presshäusern und Kellern der Weinviertler Kellergassen sinniert man bei der „Köllastund” bei einem Glas Wein gerne über das Leben. Bei der „Köllapartie” sind nach altem Kellerrecht auch spontan Vorbeikommende willkommen – stets nach der Regel „Was im Keller gesprochen wird, dringt nicht ans Tageslicht”. Dazu gehört stets eine „Köllajausn” mit hausgemachten, regionalen Speisen.

Am besten lässt sich die Kellerkultur bei den Tagen der offenen Kellertür, bei Kellergassenfesten, der Langen Nacht der Kellergassen, bei Führungen mit zertifizierten Guides sowie beim Weinherbst Niederösterreich erleben.

Kellergasse Galgenberg (Wildenduernbach)

Neue internationale Auszeichnung: Die Waldviertler Karpfenteichwirtschaft

Im Mai 2025 ernannte die Welternährungsorganisation FAO die Waldviertler Karpfenteichwirtschaft zum landwirtschaftlichen Weltkulturerbe. Ausgezeichnet wurden die nachhaltige Bewirtschaftung, die Artenvielfalt sowie der Erhalt des jahrhundertealten Wissens. Die rund 900 Jahre alte Teichwirtschaft umfasst über 2.200 Teiche, die von rund 150 Teichwirtinnen und Teichwirten bewirtschaftet werden.

Für Gäste gibt es beispielsweise die Teichranger-Führung „Die Welt des Karpfens in 12 Stationen” oder das Reisepaket „Karpfen hautnah erleben”. Im Oktober werden die Teiche abgelassen und bei den Abfischfesten in Heidenreichstein, am Klosterteich bei Stift Geras oder in der Erlebniswelt Gallien feiern Einheimische und Gäste gemeinsam die „Ernte”.

Über Niederösterreich

Das historische Kernland des heutigen Österreichs liegt im Herzen von Europa. Es zog immer wieder Menschen und Mächte an, die für eine bewegte Geschichte und ein überaus reiches Kulturerbe sorgten. Aufgrund des Zusammentreffens alpiner und pannonischer, nord- und südeuropäischer Klimazonen findet man in Niederösterreich auf engem Raum eine unvergleichliche Vielfalt von Landschaftstypen.

Es gibt Auwälder und Steppen, Almen und Seen, Schluchten und Hügellandschaften sowie Flusstäler und Moore. Das Land an der Donau präsentiert sich somit als landschaftlich reizvolles, kulturell sehenswertes sowie kulinarisch und önologisch verführerisches Urlaubsland. Weitere Informationen zu Niederösterreich finden Sie unter www.niederoesterreich.at.

Quelle: Niederösterreich-Werbung GmbH c/o FEUER & FLAMME. DIE AGENTUR