Bei Wanderungen durch die Lüneburger Heide begegnet man häufig großen Herden von Heidschnucken. - Naturnahe Weidetierhaltung erleben zwischen Elbe und Harz
Niedersachsen, Deutschland

Naturnahe Weidetierhaltung erleben zwischen Elbe und Harz

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum „Internationalen Jahr der Hirten und Weidelandschaften“ ausgerufen. Doch warum ist diese althergebrachte Form der extensiven Landwirtschaft heute so wichtig? Das lässt sich in der Lüneburger Heide, im Wendland, im Harz und im Weserbergland in Niedersachsen hautnah erleben – und schmecken.

Heidschnucken pflegen die Landschaft

Wer durch die Lüneburger Heide wandert, begegnet häufig großen Herden von Heidschnucken mit ihren Schäfern. Denn sie sind weit mehr als traditionelle Symbole. Die Schafe halten die Heideflächen offen und sichern so Lebensräume für seltene Pflanzen- und Tierarten. Damit sind sie wichtige Landschaftspfleger. Deshalb wurde die Graue Gehörnte Heidschnucke zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres 2026” ernannt.

Dies wird bei verschiedenen Veranstaltungen anschaulich dargestellt, wie etwa bei den Schnuckenaus- und -eintrieben in Schneverdingen und bei Hermannsburg, den Heide-Erlebnis-Tagen zur Schafschur in Wilsede oder den geführten Wanderungen bei Bispingen. Das Fleisch der Heidschnucken ist eine regionale Delikatesse – sei es als klassischer Braten, Bratwurst oder Burger. Unter www.reiseland-niedersachsen.de/die-hueter-der-landschaften sind weitere Informationen zu finden.

Gratis Urlaubskatalog bestellen – Inspiration für Ihre nächste Auszeit!

Wilde Rinder und Pferde in der Elbtalaue

Im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue im Wendland scheint eine längst vergangene Welt wieder aufzuerstehen. Urtümliche Rinder und wilde Pferde grasen in dem weitläufigen, ehemaligen innerdeutschen Grenzgebiet. Der Sudewiesen-Weg schlängelt sich durch Wälder und Feuchtwiesen, für deren Erhalt die Tiere sorgen. Die Heckrinder sind eine Rückzüchtung, die dem ausgestorbenen Auerochsen ähnelt. Dieser gilt als Stammvater aller europäischen Hausrinder. Die Konik-Pferde sind eine genügsame Ponyrasse aus Osteuropa.

Ein Hutewald im Hochsolling

Früher war es üblich, Haustiere im Wald zu halten. Doch heute sind die sogenannten Hutewälder selten geworden. Im Weserbergland schützt der Naturpark Solling-Vogler einen solchen lichten Wald mit knorrigen, alten Eichen und offenen Weideflächen. Für ihren Erhalt sorgen alte Haustierrassen: Heckrinder, Galloways und Rotes Höhenvieh, Leineschafe und Exmoorponys durchstreifen den Hutewald im Hochsolling. Auf der „Lebensraumroute Hutewald” können Wanderer die Tiere ganz ohne trennende Zäune beobachten.

Rotes Höhenvieh im Harz

Im Harz prägte das Rote Höhenvieh einst die kleinbäuerliche Kulturlandschaft: Als „Dreinutzungsrinder“ gaben sie Milch, Fleisch und ihre Arbeitskraft als Zugtiere. Engagierte Züchter haben diese Rasse vorm Aussterben bewahrt. Wanderwege wie der „Kleine Weiderundweg“ bei Langelsheim oder der „Wildemann-Rundwanderweg“ bei Hahnenklee führen zu ihren Bergweiden und in den umliegenden Hofläden wird ihr zartes Fleisch verkauft.

Quelle: TourismusMarketing Niedersachsen GmbH c/o DJD deutsche journalisten dienste GmbH & Co. KG