Los geht's mit dem Kutter, bei dem auch Landratten kräftig Seeluft schnuppern können. - Kutter, Küste und Kulturerbe in Vorpommern
Vorpommern

Kutter, Küste und Kulturerbe in Vorpommern

Schon von Weitem leuchten die gelben Fischerhütten. Dazwischen sieht man: Kutter laufen gerade ein, Möwen fliegen den Booten entgegen und Fischer verkaufen ihren Fang direkt am Kai. Wer früh genug da ist, kann Fisch kaufen, der noch nicht einmal in einer Küche war. Freest, ein kleines Fischerdorf an der Peenemündung, ist einer der letzten Orte an der deutschen Ostseeküste, an dem das Leben der Fischer keine Kulisse ist, sondern Alltag.

Ein Hafen voller Leben

Der größte noch aktive Fischereihafen in Mecklenburg-Vorpommern gibt den Takt vor: Morgens laufen die Kutter ein, mittags fahren die Ausflugsdampfer aus und abends kehrt Stille über dem Bodden ein. Von hier aus starten Ausflugsschiffe zu den Inseln Ruden und Greifswalder Oie oder zu den vorgelagerten Robbenbänken. Wer das Meer lieber vom Deck eines traditionellen Kutters aus erlebt, kann über den Greifswalder Bodden fahren und dabei den weiten Blick auf die Küstenlandschaft genießen. Anschließend lockt fangfrischer Fisch in den Hafenrestaurants, während der Geruch von Räucherei in der Luft liegt.

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Handwerk mit Geschichte

Der Ort ist tief mit seiner Fischereitradition verbunden. Historische Salzhütten erzählen von früheren Zeiten, als Fisch noch per Hand gesalzen und haltbar gemacht wurde. Im Heimatmuseum können Besucherinnen und Besucher in die Geschichte der Fischerei eintauchen. Eine besondere Rolle spielen die Freester Fischerteppiche. Sie entstanden in den 1920er-Jahren während eines Fangverbots und zeigen Motive aus dem Alltag der Küstenfischer. Ihre Herstellung gehört heute zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO – hier wird Erinnerung weitergegeben. Unter www.vorpommern.de/fischerdorf-freest.html gibt es weitere Informationen zu den Höhepunkten der Region.

Entspanntes Strandleben

Nur wenige Schritte vom Hafen entfernt beginnt der Strand. Wer den Trubel am Kai hinter sich lässt, findet Stille und einen endlosen Horizont. Naturfreunde übernachten beispielsweise auf dem Campingplatz im Kiefernwald und genießen die Nähe zur Küste. Vogelbeobachtungen, Radtouren entlang des Peenestroms oder Spaziergänge zum Sonnenuntergang geben dem Tag einen anderen Rhythmus.

Darf es auch mal trubeliger sein? Dann sind die Fischmärkte am 2. Mai und 26. September genau das Richtige: Rund um den Hafen pulsiert das maritime Leben, Stände mit regionalen Spezialitäten, Handwerk und Musik sorgen für Hafenfest-Atmosphäre. Gleichzeitig blickt das Fischerdorf nach vorn: Im Rahmen des Projekts „MariEx“ (gefördert durch das Programm Interreg South Baltic) entstehen neue maritime Erlebnispunkte, die Einblicke in das Hafenleben bieten werden.

So soll beispielsweise ein digitaler Hafenspaziergang Gäste künftig per Audio-Guide durch Geschichte und Gegenwart führen – ganz bequem, ohne dass man dafür früh aufstehen muss.

Quelle: Tourismusverband Vorpommern e.V. c/o DJD deutsche journalisten dienste GmbH & Co. KG