Kulturpfade Deutz: Kölner Stadtteil entdecken
Kulturpfade Deutz: Wie Köln auf der anderen Rheinseite überrascht
Wer Köln kennt, kennt meistens nur eine Seite des Rheins. Dabei hat Deutz, das rechtsrheinische Gegenstück zur Domstadt, eine Geschichte, die weit vor dem Dom begann: Die Römer gründeten hier ein Kastell, lange bevor auf der gegenüberliegenden Uferseite das erste Fundament gesetzt wurde. Wer sich heute auf die Kulturpfade durch Deutz begibt, erlebt einen Stadtteil im Wandel, mit alten Brauereiquartieren, Gründerzeitfassaden und einer Rheinpromenade, die zu den schönsten Aussichtspunkten auf die Kölner Skyline gehört.
Geschichte, die man noch anfassen kann
Das Kastell Divitia, das die Römer im 4. Jahrhundert errichteten, ist längst verschwunden - aber seine Spuren ziehen sich wie ein roter Faden durch Deutz. Die Kulturpfade führen vorbei an den Fundamentresten, die bei Ausgrabungen freigelegt wurden, und machen aus einem Stadtspaziergang eine Zeitreise. Besonders eindrucksvoll: die ehemalige Benediktinerabtei, deren Kirche St. Heribert bis heute das Viertel prägt. Zwischen Severinsbrücke und Deutzer Brücke reihen sich Gründerzeitbauten aneinander, deren Fassaden von der Gründerzeit-Euphorie des späten 19. Jahrhunderts erzählen - viele davon saniert, einige noch roh und unverändert. Wer die Kulturpfade mit einem Stadtführer begeht, hört Geschichten, die kein Reiseführer aufschreibt: über die Brauereifamilien, die Deutz groß gemacht haben, und über die Arbeiterviertel, die hier noch bis in die 1970er Jahre existierten.
Rheinpromenade, Markthalle und das neue Deutz
Deutz ist kein Museum. Das merkt man spätestens, wenn man die neue Rheinpromenade entlangläuft und die Außenterrassen der Restaurants schon am Vormittag gut besetzt sind. Die alte Markthalle an der Auenstraße wurde zum Veranstaltungszentrum umgebaut und zieht heute Konzerte, Märkte und Ausstellungen an, die das Viertel lebendig halten. Rund um den Ottoplatz hat sich eine lebhafte Gastroszene etabliert - vom Kölsch-Klassiker bis zum libanesischen Imbiss. Wer Deutz an einem Wochenende besucht, sollte den Samstagmorgen für den Wochenmarkt einplanen: Hier kaufen die Einheimischen, hier sind die Preise fair, und hier erfährt man mehr über das Viertel als auf jedem geführten Rundgang. Für alle, die urbane Erlebnisse mit Rheinblick suchen, lohnt sich auch ein Blick auf die Reisetipps, die regelmäßig städtische Geheimtipps vorstellen.
Quelle: Torsten Commotio