Kraftvolle Schätze einer Region erlebbar machen
Orgelvespern, Jazzkonzerte, Rauminszenierungen, Kunstinstallationen, Bach-Wanderungen und Ferientheater: Die aktuelle Broschüre des Netzwerkes Klosterlandschaft OWL, die unter dem Titel „Zeit“ druckfrisch erschienen ist, zeigt, wie kreativ, lebendig und vielschichtig sich das regionale Klostererbe auch in diesem Jahr präsentiert. Auf 48 reich bebilderten Seiten wird ein farbenprächtiges Kaleidoskop aufgeschlagen. Akzente setzen dabei nicht nur das Welterbe Corvey oder die Abteikirche Marienmünster, sondern auch die evangelische Kirche Maria im Weinberg in Warburg. Sie verwandelt sich ab dem 14. Juni 2026 in einen eindrucksvollen Kunstraum.
Zeitgemäße und innovative Konzepte
Zudem wirft das Magazin einen Blick in das ehrenamtlich geführte Besucherzentrum Forum Abtei, das in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag feiert. Auch Zukunftsprojekte, wie das Kloster Wiedenbrück, das in der Tradition des Heiligen Franziskus zu einer lebendigen Begegnungsstätte wird, machen deutlich, wie zeitgemäß und innovativ das Netzwerk Klosterlandschaft heute auftritt.
Im Fokus steht außerdem das Klosterfestival, das vom 24. Juni bis zum 23. August 2026 an verschiedenen Klosterorten ein sommerliches Vergnügen verspricht. Mit von der Partie ist der polnische Musiker Kamil Dmochowski, der das „Instrument des Jahres“, das Akkordeon, spielt. Am Sonntag, dem 2. August um 17 Uhr nimmt er das Publikum im Christlichen Bildungswerk „Die Hegge“ mit auf eine klangvolle „Reise ins Sacrum“. „Das kann dann auch ruhig ein bisschen herausfordernder und unerhörter werden“, freut sich Festival-Intendant Hans Hermann Jansen über das dramaturgische Hör-Erlebnis.
Alleinstellungsmerkmal im Kreis Höxter
Mehr als 50 klösterliche Einrichtungen in ganz Ostwestfalen, darunter allein 24 aus dem Kreis Höxter, beteiligen sich inzwischen aktiv an den vielfältigen kulturellen Angeboten. Besonders im Kulturland Kreis Höxter, aus dem sich die Klosterregion vor 25 Jahren entwickelte, „bleibt dieser Bereich nach wie vor ein absolutes Alleinstellungsmerkmal”, betont Michael Stolte.
Denn neben dem Aktivtourismus mit seinen unzähligen Angeboten fürs Radfahren oder Wandern und dem Gesundheitstourismus, beispielsweise in Bad Driburg, sei die Klosterlandschaft ein authentisches, wichtiges und werthaftes Thema, das nach außen strahle und auch viele Gäste aus den Niederlanden oder Skandinavien regelmäßig in den Kreis Höxter locke. So der Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter (GfW). Die Besucherinnen und Besucher faszinieren vor allem die lebendigen Kulturschätze, allen voran das Welterbe Corvey, und die spirituelle Ausrichtung der Klöster. „Wir sind allerdings kein Museum und kein Panoptikum, sondern halten die Balance zwischen Kulturthemen und den Refugien der klösterlichen Gemeinschaften”, unterstreicht Michael Stolte.
Weitere Finanzierung ungewiss
Allerdings treibt die restriktive Haushaltspolitik allerorten den Initiatoren Sorgenfalten auf die Stirn. So hat das Netzwerk Klosterlandschaft OWL bereits in diesem Jahr keine regionale Kulturförderung mehr vom Land NRW erhalten. „Nur durch eine gemeinsame Kraftanstrengung und mit Hilfe des Kreises Höxter, der noch einmal 25.000 Euro beigesteuert hat, konnten die Kultur- und Kunstprojekte in der Klosterregion gesichert werden“, berichtet Michael Stolte. Die weitere Finanzierung des Netzwerkes Klosterlandschaft für das Jahr 2027 sei allerdings vollkommen offen.
Nichtsdestotrotz stellt auch der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die überregionale Strahlkraft der Klosterlandschaft in den Mittelpunkt. „Es ist wichtig, dieses enge Netzwerk von Verbindungen, Gemeinschaften, Institutionen und klösterlichen Einrichtungen immer wieder ins Bewusstsein der Menschen zu holen”, betont Dr. Yasemin Freigang, Referatsleiterin der Westfälischen Kulturkonferenz des LWL, und stärkt damit das Engagement der Initiatoren im Kreis Höxter.
Gefördert wird das Projekt unter anderem von den Kreisen Gütersloh, Lippe und Paderborn, vom Kulturland Kreis Höxter, dem Landschaftsverband LWL, der VerbundVolksbank OWL eG sowie der Lippischen Landeskirche.
Das neue Jahresmagazin ist ab Anfang Mai 2026 kostenlos in den Klöstern und den Tourist-Informationen der beteiligten Kommunen erhältlich. Darüber hinaus sendet die Kulturland Kreis Höxter Tourismusmarketing GmbH die Broschüre auf Anfrage auch gerne per Post zu (info@kulturland.org oder Tel.: 05271 974323).
Details zur Arbeit des Netzwerks sowie die Online-Version des Programmheftes gibt es unter www.klosterlandschaft-owl.de.
Quelle: Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter mbH c/o Kulturland Kreis Höxter