Große BAROCKwoche im Jubiläumsjahr 2026
Anlässlich des Jubiläums „60 Jahre Oberschwäbische Barockstraße” ist das Programm der diesjährigen BAROCKwoche entlang der berühmten Ferienstraße besonders prall gefüllt. Vom 8. bis 16. August 2026 geben reich gedeckte barocke Tafeln, Schauspielführungen, geführte Rundgänge durch Kirchen und Schlösser sowie musikalische Inszenierungen tiefe Einblicke in das sinnen- und baufreudige 18. Jahrhundert. Das gesamte Programm ist unter www.himmelreich-des-barock.de zu finden.
Die Epoche des Barock hat die Region Oberschwaben-Allgäu wie kaum eine andere geprägt: mit prachtvollen Kirchen, bunten Deckengemälden, Orgeln, die so groß wie Häuser sind, Stuckverzierungen, die die Wände überziehen, und pausbäckigen Engelchen. Große Summen wurden aufgebracht, um Kirchen in „Theater Gottes“ zu verwandeln und den fürstlichen Machtanspruch sichtbar zu machen. Kunst, Architektur und Musik erlebten dabei eine unnachahmliche Blüte. Eine bedeutende Rolle spielten dabei Baumeisterdynastien aus dem nahen Vorarlberg, die den Kulturtransfer von Italien über die Alpen besorgten. Als Mitglieder der „Auer Zunft” stellten sie große Bautrupps auf die Beine, die im Frühjahr über die Straßen Süddeutschlands zu ihren Baustellen zogen.
So macht Geschichte Spaß: Inszenierte Führungen
Barockes (Alltags-)Leben steht während der BAROCKwoche im Mittelpunkt von Schauspielführungen, die historisches Wissen auf unterhaltsame Weise vermitteln. In Ravensburg wird die redselige Türmerin Regina Nabholz zur Korrespondentin des 18. Jahrhunderts. Sie berichtet „live” aus der ereignisreichen Stadtgeschichte und plaudert dabei auch aus ihrem persönlichen Nähkästchen. Mit allerlei Interna halten auch die persönliche Kammerzofe von Marie Antoinette und Bruder Wilhelm bei ihren Rundgängen durch das Städtchen Mengen nicht hinter dem Berg. In Bad Schussenried ist es der erfindungsreiche „fliegende Pater Mohr“ persönlich, der von seinen Flugversuchen mit eigens konstruierten Geräten berichtet.
Zünftig essen wie im Barock
Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Oberschwäbischen Barockstraße werden während der BAROCKwoche zwei Schlemmerevents veranstaltet, bei denen ordentlich aufgetischt wird. Beim „Barocken Zunftessen“ in Bad Wurzach folgt das fünfgängige Menü Originalvorlagen aus dem 17. Jahrhundert: Es gibt Kratzete, grüne Knöpfle und zum Dessert Nonnenfürzle. Gewürzt wird der Schmaus mit einem Vortrag zur barocken Geschichte und Lebensart in Wurzach. In Biberach richtet das Restaurant Ente ein exklusives Dîner unter dem Motto „Der Duft des Barock“ aus. Begleitet wird die Zeitreise von der Schauspielerin Nicole Jerski, die stilecht gewandet Unterhaltsames und Wissenswertes zur Lebens- und Esskultur aus der Zeit des Barock beisteuert.
Orgeltöne, Schlossmusik und eine schwäbische Oper
Zum Gesprächskonzert „Dialog der Pfeifen“ lädt Kirchenmusiker Jan Oexle in die Pfullendorfer Wallfahrtskirche Maria Schray. Er erklärt anschaulich die technischen Grundlagen des Orgelspiels und lässt an ausgewählten Orgelstücken den Barock hörbar werden. Beim musikalischen Schlossspaziergang auf Schloss Achberg bringen Berthold Büchele mit Gesang und Violine sowie Ernst Greinacher mit der Gitarre oberschwäbische Barockstücke zum Klingen. Unter freiem Himmel und in lustvoll-gemütlicher Picknick-Atmosphäre ist die schwäbische Kammeroper „Adams & Evas Erschaffung” einer der Höhepunkte der BAROCKwoche. Geschrieben und komponiert in der Zeit des Barock, erzählt sie die Schöpfungsgeschichte auf etwas andere Weise: komödiantisch, lebensnah und herrlich schwäbisch. Die Oper wird an zwei Orten aufgeführt: im Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben in Wolfegg und im Innenhof von Schloss Meßkirch.
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Führungen in Barockkirchen, Schlössern und durch hübsche Städtchen
Ein dichtes Angebot spannender Führungen durch barocke Kirchen, Schlösser und historische Altstädte ist auch in diesem Jahr eines der Markenzeichen der BAROCKwoche. Beispielsweise bei der Pfullendorfer Kirchen-Tour, auf den Spuren der weißen Mönche in Salem, beim Gang durch das Klostermuseum Ochsenhausen, bei Führungen durch die prachtvolle Basilika von Weingarten, St. Bernhard in Wald, die St. Josefskapelle in Sigmaringen, das Neue Schloss Tettnang, das Schloss der Insel Mainau und Schloss Achberg. Die Abraham-a-Sancta-Clara-Gedenkstätte lädt zu einem Tag der offenen Tür nach Kreenheinstetten. Die Gedenkstätte mit kleinem Museum ist dem wortgewaltigen oberschwäbischen Prediger und „Bestsellerautor” des 17. Jahrhunderts gewidmet. Vorträge finden zudem in Ochsenhausen, Kißlegg und Wald statt. Bei der BAROCKwoche ist erstmals auch das Barockbaumeister-Museum in Au (Österreich) mit von der Partie. Bei Museumsführungen zu den bedeutenden Auer Baumeisterfamilien Beer, Thumb und Moosbrugger wird deutlich, wie der kleine Ort Au im hinteren Bregenzerwald zur Drehscheibe architektonischer Innovation wurde.
Barock für Kinder
Barock bedeutet auch, dass die Wände und Decken in den Sälen der Kirchen und Schlösser nicht einfach glatt verputzt wurden, sondern mit opulenten Dekorationen aus Gipselementen verziert sind. In der „Stuckwerkstatt für Familien” auf Schloss Achberg können sich kleine und große Besucher in der Kunst des Stuckgießens probieren und ihr selbst gefertigtes Ornament mit nach Hause nehmen.
Die Teilnahme an manchen Programmpunkten ist nur nach Voranmeldung möglich. Mehr Informationen finden Sie unter www.himmelreich-des-barock.de.
Was ist eigentlich Barock?
Der Barock steht für eine Epoche der überbordenden Kunst. Er begann um 1600 in Rom und breitete sich ab ca. 1670 auch in Süddeutschland und Oberschwaben aus. Nur eine Epoche später, während des strengen Klassizismus, rümpfte man bereits die Nase über die grenzenlose Gestaltungsfreude der Jahrzehnte zuvor. Aus dieser Zeit soll auch die Bezeichnung stammen. Das Wort „Barock“ kommt von „barocco“, portugiesisch für „krumme, unregelmäßig geformte Perle“.
Lauschtouren entlang der Oberschwäbischen Barockstraße
Die neuen Lauschtouren bieten einen unkomplizierten und unterhaltsamen Zugang zu den Sehenswürdigkeiten der Oberschwäbischen Barockstraße. Von den app-basierten Audiotouren kann man sich bereits jetzt durch Altshausen, Bad Schussenried, Kißlegg, Laupheim und Weingarten führen lassen. Im Laufe des Jahres folgen nach und nach noch Touren durch Bad Wurzach, Mengen, Ochsenhausen und Tettnang. Insgesamt werden bis Herbst 2026 neun neue Touren abrufbar sein. Bestehende Touren in Leutkirch im Allgäu, Wangen im Allgäu und rund um das Kloster Roggenburg ergänzen das Angebot.
Quelle: Oberschwaben Tourismus GmbH c/o PR2 Petra Reinmöller Kommunikation GmbH