Bernina Express am Lago di Poschiavo. - Fünf spannende Fakten zur Berninalinie
Graubünden, Schweiz

Fünf spannende Fakten zur Berninalinie

Gletscher, Bergseen, Viadukte und italienische Piazzas: Die Berninalinie der Rhätischen Bahn zählt zu den bekanntesten Bahnstrecken der Schweiz. Seit über einem Jahrhundert zieht die Berninabahn Fahrgäste aus aller Welt in ihren Bann. Sie führt durch die wunderschöne Schweizer Natur und verbindet auf einzigartige Weise die Orte St. Moritz und Tirano.

Ihre weltweite Einzigartigkeit macht sie zu einem besonderen Teil des UNESCO-Welterbes „Rhätische Bahn”: Die Berninabahn ist die höchstgelegene Alpentransversale und eine der steilsten Adhäsionsbahnen der Welt. Fünf Fakten zeigen, warum die Strecke technisch, geografisch und touristisch außergewöhnlich ist.

1. Sieben Zentimeter pro Meter: Wie die Berninalinie Höhe gewinnt

Auf der Berninalinie erreicht die Steigung bis zu 70 Promille. Anschaulicher gesagt: Auf einem Meter Gleis gewinnt der Zug bis zu sieben Zentimeter Höhe. Was nach wenig klingt, wird im Hochgebirge zum Prinzip der ganzen Strecke: Vom Start in St. Moritz bis zum höchsten Punkt der Linie summiert sich der Höhengewinn auf netto 478 Meter – das ist ziemlich genau das Dreifache der Höhe des Kölner Doms. Die Bahn arbeitet sich offen durch die alpine Landschaft, vorbei an Geröllfeldern, Bergseen und Gletschern – nicht versteckt im langen Basistunnel, sondern sichtbar am Berg.

2. Der höchste Punkt ist kein Gipfel, sondern ein Bahnhof

Dieser liegt bei Ospizio Bernina auf 2.253 Metern. Das Besondere daran ist nicht nur die Höhe, sondern auch die Alltäglichkeit des Ortes: Es ist kein Gipfel mit Gipfelkreuz, sondern ein Bahnhof und kein Ziel am Ende einer Bergtour, sondern ein Halt im Fahrplan. Wer hier aussteigt, steht am Dach der Berninalinie – mit Bahnsteig, Lago Bianco und Hochgebirgslandschaft direkt vor der Tür. Kurz danach beginnt die Strecke Richtung Valposchiavo abzufallen und aus alpiner Weite wird Schritt für Schritt Süden.

Bernina Express auf der Alp Grüm.

3. Ein Bahnhof, zu dem keine Straße führt

Auch Alp Grüm ist kein gewöhnlicher Halt. Die Station liegt exponiert über dem Valposchiavo mit Blick auf den Palügletscher und weit Richtung Süden. Einen klassischen Straßenanschluss gibt es hier nicht – wer ankommt, kommt mit der Bahn oder zu Fuß. Trotzdem ist Alp Grüm kein verlassener Ort: Im historischen Albergo mit Ristorante wird gegessen, gerastet und die Landschaft genossen. Hier ist die Bahn nicht nur ein Verkehrsmittel, sondern die Verbindung, die den Ort überhaupt erst zugänglich macht.

4. In Brusio fährt der Zug im Kreis

Kurz vor Tirano passiert die Berninalinie das Kreisviadukt von Brusio. Dort macht der Zug eine offene Schleife, um auf engem Raum Höhe abzubauen. Der Kreis ist kein Showeffekt, sondern eine elegante Lösung für ein alpines Problem: Die direkte Linie wäre zu steil, also verlängert die Bahn ihren eigenen Weg. Was technisch notwendig ist, wirkt für Reisende wie ein Bahnkunststück und zeigt auf einen Blick, wie viel Ingenieursarbeit in dieser Strecke steckt.

5. Erst Gletscher, dann Palmen

Die Berninalinie führt vom Hochgebirge bis ins italienische Tirano und damit vom höchsten zum tiefsten Punkt im Netz der Rhätischen Bahn. Zwischen Ospizio Bernina auf 2 253 Metern und Tirano auf 429 Metern liegen 1 824 Höhenmeter, was ungefähr der Höhe der Eiger-Nordwand entspricht. Deshalb ist der Wechsel am Ende mehr als ein schönes Fotomotiv: Nach Bergseen, Geröll und Gletscherblicken prägen plötzlich Palmen, Piazze und südliche Architektur das Bild. Die Reise endet nicht einfach an einem Bahnhof, sondern in einem anderen Rhythmus.

Über die Rhätische Bahn

Die Rhätische Bahn bietet mit ihren traditionsreichen Gebirgsstrecken bereits seit 1889 eine Reihe außergewöhnlicher Bahnerlebnisse in der Region Graubünden in der Schweiz. Anfänglich betrieb sie eine Strecke von Landquart bis Klosters, heute umfasst ihr Netz 384 Kilometer inmitten des Hochgebirges. Ein Teil der Linien zählt seit 2008 zum UNESCO-Welterbe.

Mit dem Bernina Express und dem Glacier Express verfügt die Rhätische Bahn über Marken, die weit über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannt sind. Informationen und Buchung unter www.rhb.ch.

Quelle: Rhätische Bahn c/o Wilde & Partner Communications GmbH