Fünf Natur-Erlebnisse in Bayerisch-Schwaben
Bayerisch-Schwaben ist eine Region zum Draußensein: Genussradler kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie aktive Wanderer, neugierige Naturbeobachter oder Spaziergänger, die es lieber ruhig angehen. Vom Nördlinger Ries über die Donau-Auen bis hinein ins Voralpenland reicht eine Landschaft, die für jeden Geschmack das Passende bereithält. Als neuen Guide gibt es jetzt das Booklet „Alltag aus. Abenteuer an“, das kostenlos beim Tourismusverband für Bayerisch-Schwaben bestellt oder heruntergeladen werden kann.
1. Streifzüge durch die Region Günzburg/Neu-Ulm: Spazieren mit Gütesiegel
Die Füße baumeln im kühlen Wasser der Günz, in den Bäumen veranstaltet die Natur ihr vielstimmiges Vogelkonzert. Eisvogel, Teichrohrsänger und Lappentaucher sind im dichten Auwald zu Hause, und am Osterbach nagt der Biber an seinem nächsten Bauprojekt. Die neun Premium-Spazierwanderwege „Streifzüge” in der Region Günzburg/Neu-Ulm laden zu kleinen Entdeckungsreisen ein: durch renaturierte Flussauen, schattige Waldwege, weite Biotoplandschaften und vorbei an kleinen Kapellen. Die Streifzüge sind zwischen 3,5 und 5,7 Kilometer lang, nach den Kriterien des Deutschen Wanderinstituts zertifiziert und in beide Richtungen beschildert. Jeder Streifzug hat seinen eigenen Charakter und seinen eigenen Moment, für den man hinterher froh ist, das Sofa verlassen zu haben.
2. Geopark Ries: Eine Reise in die Erdgeschichte
Alles begann mit einem Einschlag. Vor etwa 14,6 Millionen Jahren raste ein Asteroid in die Landschaft des heutigen Nördlinger Rieses und hinterließ ein nahezu kreisrundes Becken mit einem Durchmesser von gut 20 Kilometern. Wie gewaltig die Wucht war, zeigt sich bis heute im Steinbruch Lindle bei Holheim, wo die Kalkschichten schräg und verschoben liegen – zurechtgeschüttelt von der Druckwelle. Das Gelände ist so eindrucksvoll, dass 1970 die Astronauten der Apollo-14-Mission hierherkamen, um für ihren Flug zum Mond zu üben. Solche Orte macht der UNESCO Global Geopark Ries erlebbar. Er trägt seit 20 Jahren das Siegel „Nationaler Geopark“.
In diesen zwei Jahrzehnten ist aus einem geologischen Erbe ein lebendiger Erlebnisraum entstanden. Wissbegierige begeben sich per Lauschtour auf eine Zeitreise: Via Smartphone erfahren sie, warum hier Diamanten im Gestein stecken und wie aus einer vermeintlichen Vulkanlandschaft der berühmteste Meteoritenkrater Europas wurde. In den Infozentren in Nördlingen oder Oettingen lässt die „Uhr der Erdgeschichte” auf dem Touchscreen ganze Kontinente in wenigen Minuten wandern. Und weil das Staunen schon die Kleinsten packt, führen eigene Kinder-Erlebnispfade und -stationen, zum Beispiel in Daiting oder Wemding, mit den Maskottchen Suevitchen und Riesitchen spielerisch durch die Entstehung des Kraters. Erdgeschichte, die man mit den Händen begreift.
3. Der Lech-Radweg: Dem Fluss des Lebens folgen
Türkisblau bis jadegrün leuchtet der Lech, wenn das Licht auf die feinen Gesteinspartikel trifft, die er aus den Alpen mit sich führt. Kein Wunder, dass ihm seine unterschiedlichen Charakterzüge zwischen Quelle und Mündung den Namen „Fluss des Lebens” eingetragen haben. Dort, wo er bei Marxheim in die Donau mündet, nimmt der Lech-Radweg seinen Anfang und folgt dem Fluss in fünf Etappen bis nach Tirol.
Die ersten beiden Abschnitte liegen komplett in Bayerisch-Schwaben, das damit das längste Teilstück aller vier Anrainer-Regionen abdeckt und gleich mit einigen Höhepunkten aufwartet: Stauseen und Wasserkraftwerke, die Wasservögeln Rückzugsräume bieten, das Blumen-Städtchen Rain mit seinem Rokoko-Rathaus und natürlich Augsburg, die Fuggerstadt, mit ihrem UNESCO-Welterbe „Augsburger Wassermanagement-System” aus Kanälen, Renaissancebrunnen und historischen Wasserwerken.
Wer mag, lässt sich unterwegs von der begleitenden Lauschtour die Geschichten des Lechs direkt aufs Ohr spielen. Der Lech-Radweg ist dabei nur einer von vielen in Bayerisch-Schwaben. Zwischen Iller und Paar lädt ein dichtes Netz an Flussradwegen zum „Flusshüpfen” ein, dem unkomplizierten Wechseln von einem Fluss zum nächsten, wobei die Donau die zentrale Achse bildet.
4. Kühler Kopf: Unterwegs auf Kneipps Spuren
Ein Bein ganz aus dem Wasser heben, Fußspitze nach unten, dann im Wechsel das andere. Der Storchengang durchs kühle Nass bringt an heißen Tagen schnelle Erfrischung. Diese Art der Abkühlung geht auf Sebastian Kneipp zurück. Wer wissen möchte, wie aus dem Theologen der berühmte „Wasserdoktor” wurde, folgt in Dillingen der Kneipp-Lauschtour. Sie erzählt von den Anfängen seiner Karriere, den Grundlagen seiner Therapien und erklärt die Wasseranwendungen, die bis heute für Gesundheit und Wohlbefinden stehen.
Wer danach selbst die Hosenbeine hochkrempeln möchte, hat in Bayerisch-Schwaben die Qual der Wahl: Vom Nördlinger Gerberviertel über den Schnellepark in Gundelfingen und den Luitpoldhain in Lauingen bis zum Kneipp-Rundweg in Krumbach laden zahlreiche Kneipp-Anlagen zum Wassertreten ein. Oft sind sie in einen natürlichen Bachlauf eingebettet und es gibt schattige Sitzplätze ringsum. Denn nebenbei sind diese Plätzchen auch Treffpunkt: Ein Schwätzchen unter Kneipp-Gängern gehört einfach dazu.
Gratis Urlaubskatalog bestellen – Inspiration für Ihre nächste Auszeit!
5. Vogelbeobachtung: Logenplätze im Donaumoos
Große Rohrdommel, Nachtreiher, Singschwäne: Im Schwäbischen Donaumoos, einem der letzten großen Feuchtgebiete Süddeutschlands, lässt sich eine artenreiche Vogelwelt aus nächster Nähe erleben, ohne die Tiere in ihrem Lebensraum zu stören. Hölzerne Aussichtstürme und Beobachtungshütten geben den Blick über Wasserflächen und Schilfgürtel frei, während die empfindlichen Uferzonen unberührt bleiben. Die Beobachtungstürme liegen in den Donauauen und überblicken einstige Kiesbaggerseen sowie Moos- und Bruchwälder.
Auch Naturlehrpfade führen an den kleinen Vogelparadiesen vorbei, wo Brachvogel, Kiebitz und Silberreiher, Eisvögel und mit etwas Glück sogar Seeadler zu sehen sind. Ein Fernglas gehört unbedingt mit ins Gepäck – und Geduld, denn oft dauert es, bis sich die scheuen Bewohner zeigen. Tipp: Früh aufstehen lohnt sich.
Viele weitere Inspirationen für Naturerlebnisse finden sich unter www.bayerisch-schwaben.de/aktiv-naturziele und in der neuen Broschüre „Alltag aus. Abenteuer an“. Das Booklet kann auf der Website kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden.
Über Bayerisch-Schwaben
Bayern plus Schwaben macht Bayerisch-Schwaben. Hier „schwätzt“ Bayern schwäbisch und Schwaben bayerisch. Die vielseitige Region erstreckt sich im Westen Bayerns vom Nördlinger Ries über das Schwäbische Donautal, das LEGOLAND® und die UNESCO-Welterbestadt Augsburg bis ins Wittelsbacher Land.
Radwege in idyllischen Flusslandschaften sowie Wander- und Themenwege durch die vielfältige Natur machen Bayerisch-Schwaben zu einem beliebten Ziel für Aktivurlauber jeden Alters. Die Städte und Orte präsentieren sich zwischen prächtig-glanzvoll und verträumt-gemütlich.
Kulturfans und Familien genießen das besondere Flair der historischen Stadtkulissen entlang der Romantischen Straße sowie die zahlreichen Burgen, Schlösser und Klöster.
Ob bei einem „Stadthupferl“-Ausflug oder mit der „Bayerisch-Schwaben-Lauschtour“-App: Urlauber begeben sich auf die Spuren von Römern, Fuggern, Wittelsbachern und Co. oder erkunden die Museumswelten von Ballons, Bienen, Käthe-Kruse-Puppen oder bedeutender Industrie- und Alltagskultur. Empfehlenswert ist immer die herzhafte und regionale Küche mit ihren besonderen Spezialitäten.
Quelle: Tourismusverband Allgäu/Bayerisch-Schwaben e.V. c/o FEUER & FLAMME. DIE AGENTUR