Civita di Bagnoregio. - Fünf historische und religiöse Wege führen durch Latium
Latium, Italien

Fünf historische und religiöse Wege führen durch Latium

„Antichi Cammini d’Italia“ nimmt Gestalt an: ein integriertes Projekt zur Aufwertung von fünf großen historischen und religiösen Pilgerrouten, die Italien durchqueren und in Latium und Rom zusammenlaufen – darunter die Via Francigena, der Franziskusweg, der Benediktweg, die Romea Strata und die Via Romea Germanica. Das Projekt zielt darauf ab, Italien als eine der führenden internationalen Destinationen für Wandern und Pilgern zu positionieren und die Attraktivität des weit verzweigten Kulturerbes zu stärken, das bislang noch nicht vollständig in die traditionellen touristischen Ströme eingebunden ist.

Fünf Wege, ein Ziel: Latium und Rom

Drei der fünf Wege sind als Kulturwege des Europarats zertifiziert: die Via Francigena seit 1994, die Via Romea Germanica seit 2020 und die Romea Strata seit dem 17. Juni 2025.

Der Franziskusweg und der Benediktweg führen zu zentralen Orten der franziskanischen bzw. benediktinischen Spiritualität – vom Heiligen Tal von Rieti bis nach Subiaco und Montecassino. Allen fünf Wegen gemeinsam ist ihre Verdichtung in Latium, dem eigentlichen Erfahrungsraum des Projekts: von der Tuscia um Viterbo bis zum Heiligen Tal von Rieti, vom Tal des Aniene bis zur Ewigen Stadt.

„Antichi Cammini d’Italia” setzt auf Slow Tourism, Nachhaltigkeit und eine ausgewogenere Verteilung der Reiseströme und antwortet damit auf einen tiefgreifenden Wandel im Reiseverhalten: die wachsende Nachfrage nach langsamen, authentischen und nachhaltigen Erfahrungen. Die im Projekt aufgewerteten Routen bieten Alternativen zu den klassischen Reisezielen, entlasten die stark frequentierten touristischen Hotspots und helfen dabei, Besucherströme über einen längeren Zeitraum sowie auf weniger bekannte Gebiete zu verteilen.

So entsteht ein touristisches Angebot für ein zunehmend vielfältiges Publikum: Pilgerinnen und Pilger, Wanderer, Kulturreisende, Outdoor- und Wellnessinteressierte, Familien und Menschen, die einen unmittelbareren Zugang zu den Regionen und ihren Gemeinschaften suchen.

Technologische Innovation: intelligente Beschilderung

Zu den markantesten Elementen des Projekts gehört ein integriertes System intelligenter Beschilderung entlang der fünf Routen. Sechzig Anlagen bieten Reisenden kostenloses WLAN und Bluetooth-Low-Energy-Beacons, die mit der App Italia.it verbunden sind.

Sobald Besucher in den Erfassungsbereich eines Beacons kommen, erhalten sie eine Push-Mitteilung. Diese lädt sie ein, die jeweilige Etappe und das touristische Angebot in der Umgebung zu entdecken. Sie erhalten technische Informationen zum Weg, geolokalisierte Karten, Datenblätter zu Points of Interest sowie multimediale Inhalte zu Orten von historischem, künstlerischem, religiösem und landschaftlichem Wert.

So entsteht ein Modell, das die physische Erfahrung des Gehens mit einer digitalen Ebene verbindet und Reisenden in Echtzeit zugängliche Werkzeuge zur Orientierung und Vertiefung bietet. Ergänzend dazu wurde eine umfassende Kartierung der Points of Interest durchgeführt. Dabei sind mehr als 1.000 Informationsblätter zu Kirchen, Denkmälern, Naturräumen, Plätzen, Brunnen und weiteren identitätsstiftenden Orten der durchquerten Gebiete entstanden. Über 40 Prozent dieser Stätten zählen zu herausragenden Orten, die in internationalen touristischen Kreisläufen bislang noch wenig präsent sind. Das Projekt macht dieses Kulturerbe sichtbar und fördert so eine authentischere und nachhaltigere Nutzung des Territoriums. Italia.it ist der zentrale digitale Hub des Systems, in dem alle Inhalte zusammengeführt und für Reisende zugänglich gemacht werden.

Bus-Touren: sieben Routen durch Latium

Zu den weiteren konkreten Maßnahmen des Projekts gehört ein Programm von sieben Bus-Routen, die der Entdeckung der Abschnitte der fünf Wege in Latium gewidmet sind. Sie ermöglichen es einem breiten Publikum, innerhalb eines Tages authentische Erfahrungen zu sammeln, ohne den gesamten Weg zu Fuß zurücklegen zu müssen.

Fünf Routen greifen die Etappen der Via Francigena, des Franziskuswegs, des Benediktwegs, der Romea Strata und der Via Romea Germanica in Latium auf. Zwei weitere Routen sind Rom gewidmet: „Roma Futura”, eine Reise durch die Architektur des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart – von Zaha Hadid bis Renzo Piano, vom Foro Italico über EUR bis zur Nuvola von Fuksas – sowie „Chiese del Terzo Millennio”, eine Entdeckungstour zu den neuen Sakralbauten der Hauptstadt. Beide erweitern die römische Dimension des Projekts.

Die Touren sind nach Anmeldung über Italia.it kostenlos und umfassen multisensorische Erlebnisse an Bord, Storytelling-Momente mit Darstellern, Verkostungen typischer Produkte der durchquerten Gebiete sowie ein Geschenk für alle Teilnehmenden. Die Initiative richtet sich an alle – nicht nur an Fachleute der Tourismusbranche – und erweitert damit den Kreis derer, die das Projekt erreichen kann, erheblich.

Quelle: BLUMM KNOWHOW S.R.L.