Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse
In diesem Jahr jährt sich Einweihung zum 75. Mal
1935 wurde in Alt Rehse in der Nähe von Neubrandenburg ein "Nationalsozialistisches Musterdorf" - bestehend aus 50 neu gebauten Wohnhäusern - eingerichtet, in das die Reichsärzteführerschule des "Dritten Reiches" zog. Sie diente der ideologischen Schulung von insgesamt etwa 12.000 deutschen Ärzten, Hebammen und Apothekern und vermittelte eine Gesundheitspolitik, die zu den gesetzlich vorgeschriebenen Zwangssterilisationen und bis zum Kranken- und Patientenmord führte.
In einer ständigen Ausstellung im alten Gutshaus wird die Geschichte des Ortes auf Schautafeln dokumentiert. Sie bezieht sich auf die Themenkomplexe, die in der Schule vermittelt wurden: Rassen- und Bevölkerungspolitik im nationalsozialistischen Staat, Erbbiologie und Rassenpflege, Organisation des Gesundheitswesens in der NSDAP, Staatliches Medizinalwesen, Kriegssanitätswesen, Kampfgaschemie und Heeressanitätswesen. Grundlage der "Lehrveranstaltungen" war das 1934 verabschiedete "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses", dem viele Menschen zum Opfer fielen.
2010 jährt sich die Einweihung der Reichsärzteführerschule zum 75. Mal. Dazu plant die Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse am 4. und 5. Juni dieses Jahres verschiedene Veranstaltungen, darunter Konzerte, Vorträge und Filmvorführungen.
Weitere Informationenerhalten Sie im Internet unter: www.ebb-alt-rehse.de
Quelle: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.