Entschleunigter Herbst auf La Gomera, El Hierro und La Palma
Im Herbst zeigen sich La Gomera, El Hierro und La Palma von ihrer ruhigen Seite. Die windstilleren Tage laden dazu ein, die Küste ohne Eile zu erkunden, in natürlichen Meerwasserbecken zu baden, kleine Orte und die lokale Küche kennenzulernen und den Abend unter einem der eindrucksvollsten Sternenhimmel Europas ausklingen zu lassen. Anstatt möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken, rückt auf den drei westlichsten Kanarischen Inseln das bewusste Erleben in den Mittelpunkt.
Wenn der Nordostpassat ab Oktober allmählich nachlässt, wird das Meer ruhiger und Ausfahrten sind meist angenehmer. Gleichzeitig hat der Atlantik die Wärme des Sommers gespeichert. Im September und Oktober liegt die Wassertemperatur bei etwa 23 bis 24 Grad. Das schafft beste Voraussetzungen für erlebnisreiche Tage am und auf dem Wasser – bei Walbeobachtungen, Tauchgängen oder einer erfrischenden Pause in den vulkanisch geformten Naturpools.
Im Herbst zeigen sich La Gomera, El Hierro und La Palma von ihrer ruhigen Seite
La Gomera: Wandern, Walbeobachtung und gepfiffene Geschichten
La Gomera ist eine Insel für Reisende, die gern zu Fuß unterwegs sind und sich Zeit für die Landschaft, für authentische Begegnungen und regionale Traditionen nehmen. Im Nationalpark Garajonay führen Wege durch einen dichten Lorbeerwald, der seit 1986 UNESCO-Weltnaturerbe ist. Das feuchte, grüne Waldgebiet gilt als Relikt aus dem Tertiär und hat sich in vergleichbarer Form nur auf wenigen Atlantikinseln innerhalb der Makaronesien-Region erhalten.
An der Südwestküste fällt das Meer bereits wenige Seemeilen vor der Küste stark ab. Von Vueltas im Valle Gran Rey und teilweise auch von Playa de Santiago aus starten kleine Bootsausflüge in die Meerenge zwischen La Gomera und Teneriffa. Diese ist als Whale Heritage Site ausgezeichnet. Hier leben ganzjährig Indische Grindwale, auch Pilotwale genannt, und Große Tümmler; je nach Saison lassen sich zudem weitere Delfinarten oder Pottwale beobachten. Für ein verantwortungsvolles Erlebnis ist es entscheidend, einen Anbieter zu wählen, der mit kleinen Gruppen, angemessenem Abstand und Rücksicht auf die Tiere unterwegs ist.
Auch kulturell lässt sich La Gomera entschleunigt entdecken. Der Silbo Gomero, eine Pfeifsprache, die zur Verständigung über die tief eingeschnittenen Schluchten der Insel genutzt wird, gehört seit 2009 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO und wird bis heute an Schulen unterrichtet. In kleinen Lokalen werden dazu regionale Spezialitäten wie Potaje de berros, Almogrote – ein würziger Aufstrich aus gereiftem Käse – und Palmhonig aus dem Saft der Kanarischen Dattelpalme serviert.
El Hierro: Inselleben zwischen Naturpools und Meeresschutz
El Hierro ist die kleinste und westlichste der Kanarischen Inseln – und gerade deshalb ein Ziel für Reisende, die Abstand vom Alltag suchen. Kurze Wege, wenig Verkehr und eine von Vulkanlandschaften geprägte Küste machen die Insel ideal für einen Aufenthalt mit wenigen Ortswechseln und viel Zeit im Freien.
An der Südwestküste liegt das Mar de las Calmas, das seinen Namen dem Schutz vor den vorherrschenden Passatwinden verdankt. Ein Teil dieser Gewässer steht seit 1996 als Meeresschutzgebiet „Punta de La Restinga – Mar de las Calmas” unter Schutz. Das Fischerdorf La Restinga ist Ausgangspunkt für Tauchgänge und Ausfahrten in ein Revier, in dem sich subtropische Arten und Arten aus tieferen Gewässern begegnen. Vor El Hierro lebt zudem eine bedeutende Gemeinschaft von Schnabelwalen.
Wer lieber an der Wasseroberfläche bleibt, findet entlang der Küste natürliche Badeplätze: Dazu zählen La Maceta und Charco Azul im Tal El Golfo, Tacorón im Süden und Pozo de las Calcosas im Norden. In die Lavaküste eingelassene Becken, ruhige Buchten und Wege mit Blick auf den Atlantik machen sie zu Orten für lange Badestopps statt kurzer Fotopausen. Wie an allen offenen Küstenabschnitten gilt: Bei Wellengang oder behördlichen Sperrungen sollten die Hinweise vor Ort unbedingt beachtet werden. Die gesamte Insel ist ein UNESCO-Biosphärenreservat und Teil des Netzwerks der UNESCO Global Geoparks.
Im fruchtbaren El Golfo wachsen tropische Früchte. Dazu isst man Ziegenkäse und Quesadilla herreña, ein flaches Käsegebäck mit Zitrone und Anis. Wer auf El Hierro unterwegs ist, entdeckt die Insel am besten über lokale Produkte, kleine Familienbetriebe und Gespräche vor Ort.
La Palma: Vulkanlandschaft, Wein und historische Gassen
La Palma verbindet dramatische Natur mit einer lebendigen Kultur des Genießens. An der Nordostküste liegen mit La Fajana bei Barlovento und Charco Azul bei San Andrés y Sauces zwei der bekanntesten Meerwasserbecken der Insel. In Lavagestein eingebettet und von der Brandung gespeist, eignen sie sich für eine ausgedehnte Pause zwischen Küstenwanderung, Cafébesuch und dem nächsten Aussichtspunkt.
Im Inselinneren prägen vulkanische Böden und Höhenlagen den Weinbau. Eine Besonderheit der geschützten Herkunftsbezeichnung DO La Palma ist der Vino de Tea: Der Wein wird traditionell in Fässern aus dem Holz der Kanarischen Kiefer ausgebaut und erhält dadurch seine charakteristischen harzigen Noten. Verkostungen bei lokalen Bodegas lassen sich gut mit Fahrten durch die Weinlandschaften und Stopps in kleinen Orten verbinden.
Auch Santa Cruz de La Palma ist ein Ort, der zum Verweilen einlädt. Im 16. und 17. Jahrhundert war die Inselhauptstadt einer der wichtigsten Häfen im Atlantik und spielte eine Schlüsselrolle im europäischen Handel. Die Altstadt mit Kopfsteinpflaster, historischen Fassaden und hölzernen Balkonen an der Avenida Marítima lässt sich bequem zu Fuß erkunden und ist ideal für einen entspannten Nachmittag zwischen Architektur, kleinen Geschäften und kanarischer Küche.
Wenn die Sterne den Tagesrhythmus bestimmen
Im Herbst werden die Tage kürzer – eine Einladung, den Tag bewusst ausklingen zu lassen. Auf La Palma wird der Schutz des Nachthimmels besonders konsequent umgesetzt. Die Insel trägt seit 2012 die Auszeichnungen „Starlight-Reservat” und „Starlight-Destination”. Beide Zertifizierungen wurden 2025 um vier Jahre verlängert. Auf dem 2.426 Meter hohen Roque de los Muchachos befindet sich eines der bedeutendsten Observatorien der Nordhalbkugel. Besuche müssen vorab angemeldet werden, da keine Linienbusse bis dorthin fahren.
Auch auf El Hierro und La Gomera können Besucher einen klaren Nachthimmel und eine äußerst geringe Lichtverschmutzung erleben. So wurde die Gemeinde La Frontera auf El Hierro 2020 als Starlight-Destination ausgezeichnet. La Gomera verfügt zwar noch nicht über diese Zertifizierung, doch auf beiden Inseln genügt oft schon eine ruhig gelegene Unterkunft, ein Aussichtspunkt oder ein Küstenabschnitt etwas außerhalb der Ortschaften, um nach Sonnenuntergang den Sternenhimmel zu genießen. Slow Travel bedeutet hier auch, dem Impuls zu widerstehen, jeden Abend durchzuplanen, und stattdessen Zeit für Stille, Dunkelheit und den Blick in den Himmel zu lassen.
Weitere Informationen: www.hallo-kanarischeinseln.com
Über die Kanarischen Inseln
Die Kanarischen Inseln zählen zu den führenden Reisezielen Europas. Sie sind bekannt für ihr ganzjährig mildes Klima, das häufig als „das beste Klima der Welt“ bezeichnet wird, sowie für ihre außergewöhnliche Vielfalt an Vulkanlandschaften und Stränden. Mehr als 40 Prozent der Gesamtfläche der acht Inseln stehen unter Naturschutz.
Der Archipel bietet ein abwechslungsreiches Urlaubserlebnis, das Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Wassersport, Astrotourismus und Meeresbeobachtung mit einer lebendigen Kultur, einem reichen historischen Erbe und einer vom Atlantik geprägten Gastronomie verbindet. Regionale Produkte und Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung unterstreichen die kulinarische Vielfalt. Dank seiner modernen Infrastruktur und der hervorragenden Fluganbindung hat sich der Archipel zudem als attraktiver Standort für Tagungen, Incentives, Konferenzen und Messen (MICE) etabliert.
Mit dem Strategieplan „Canarias Destino“ entwickeln die Kanarischen Inseln ihr Tourismusmodell konsequent weiter und richten ihre Maßnahmen an drei zentralen Zielen aus. Im Fokus stehen die Schaffung von Mehrwert für die Bevölkerung durch hochwertige Arbeitsplätze, die Stärkung der lokalen Wirtschaft und eine ausgewogene Raumplanung. Gleichzeitig treiben die Inseln den Weg zur Klimaneutralität voran – unter anderem mit der Plattform „Journey to Decarbonisation“, die den CO₂-Fußabdruck misst und dessen Reduzierung unterstützt. Ergänzt wird dieser Ansatz durch die Förderung von Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit mithilfe der Digitalisierung, fundierter Marktanalysen des Tourismusobservatoriums der Kanarischen Inseln sowie eines hochwertigen touristischen Angebots mit hoher Wertschöpfung.
Quelle: Turismo de Islas Canarias c/o KLEBER GROUP / LLYC