Drei große europäische Pilgerrouten vom Europarat zertifiziert
In Latium laufen drei große, vom Europarat zertifizierte europäische Pilgerrouten zusammen, die nach Rom führen. Sie bilden das Zentrum des Projekts „Antichi Cammini d’Italia”.
Die Via Francigena, die Via Romea Germanica und die Romea Strata sind drei historische Wege aus drei unterschiedlichen europäischen Richtungen mit einem einzigen Ziel: Rom. Sie gehören zu den fünf Routen im Zentrum von „Antichi Cammini d’Italia”, einem Projekt zur Aufwertung der großen historischen und religiösen Wege des Landes und zur Positionierung Italiens als eine der führenden internationalen Destinationen für Wandern und Pilgern.
Alle drei sind als Kulturwege des Europarats zertifiziert: die Via Francigena seit 1994, die Via Romea Germanica seit 2020 und die Romea Strata seit dem 17. Juni 2025. Zusammen zeichnen sie eine historische Karte der Pilgerströme, die Reisende seit Jahrhunderten aus dem Norden, Osten und Westen Europas nach Rom führen.
Via Francigena
Die Via Francigena ist der international bekannteste italienische Weg. Sie stützt sich auf das Reisetagebuch von Sigerich von Canterbury. Der Erzbischof hielt darin die 79 Etappen seiner Rückreise von Rom im Jahr 990 fest. Das Manuskript wird heute in der British Library aufbewahrt.
Der italienische Abschnitt umfasst etwa 1.000 Kilometer in 45 Etappen und durchquert in Latium die Tuscia um Viterbo.
Von Acquapendente am Bolsenasee führt die Route weiter nach Bolsena, wo sich 1263 das eucharistische Wunder ereignete, das zur Einführung des Fronleichnamsfestes beitrug. Weiter geht es nach Montefiascone mit der Rocca dei Papi, nach Viterbo, dem ehemaligen Papstsitz, mit dem mittelalterlichen Viertel San Pellegrino, nach Vetralla und Sutri mit seinem in den Tuffstein gehauenen römischen Amphitheater. Über Campagnano und La Storta erreicht man schließlich die Petersbasilika.
Via Romea Germanica
Die Via Romea Germanica rekonstruiert die Reise, die Abt Albert von Stade in den „Annales Stadenses” aus dem Jahr 1236 beschrieb. Ihr italienischer Abschnitt misst rund 1.050 Kilometer vom Brenner bis nach Rom. In Latium trifft sie bei Montefiascone auf die Via Francigena und teilt sich mit dieser die Durchquerung der Tuscia um Viterbo: Bolsena, Viterbo – mit der Macchina di Santa Rosa, die von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt ist –, Vetralla, Sutri und der Regionalpark Veio bis nach La Storta.
Eine nördliche Variante berührt außerdem Civita di Bagnoregio, die berühmte „sterbende Stadt”, die auf einem Tuffsteinsporn im Herzen der Tuscia liegt.
Romea Strata
Die Romea Strata ist der jüngste Kulturweg, der vom Europarat zertifiziert wurde. Die Anerkennung wurde am 17. Juni 2025 verliehen. Sie rekonstruiert das Netz alter Straßen, auf denen Pilger aus Mittelosteuropa und dem Baltikum nach Rom gelangten: mehr als 4.700 Kilometer durch sieben Länder, 245 Etappen und über fünfzig UNESCO-Stätten.
Der wichtigste italienische Abschnitt umfasst rund 1.000 Kilometer in 47 Etappen. Er berührt in Latium Orte wie Bolsena, Montefiascone, Viterbo und San Martino al Cimino, bevor er in Rom seinen krönenden Abschluss findet. Seit 2024 mündet der Schlussabschnitt nicht mehr in die Via Francigena ein. Möglich wurde dies durch eine sorgfältige Neukartierung, die von einem Netzwerk ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer vorangetrieben wurde. Sie gab dem Weg eine eigenständige Identität sowie einen neuen Zugang nach Rom.
Eine europäische Karte, ein Ziel in Latium
Drei Richtungen, drei historische Traditionen, eine geografische Konvergenz: Latium. In dieser Region treffen die drei Wege aufeinander, teilen dieselbe Landschaft der Tuscia um Viterbo und nähern sich gemeinsam der Ewigen Stadt.
Die Etappen in Latium bilden das eigentliche Erfahrungszentrum des Projekts „Antichi Cammini d’Italia”: Tuffsteinorte, romanische Basiliken, Naturparks, päpstliche Festungen und alte Wege, die noch heute zu Fuß begehbar sind. Eine Geografie des Pilgerns, die durch das Projekt auf nationalen und internationalen Märkten sichtbarer und zugänglicher wird.
Quelle: BLUMM KNOWHOW S.R.L.
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