Digitales Experiment mit historischen Kostümen im Filmmuseum Potsdam
Wie lassen sich empfindliche historische Filmkostüme bewahren und zugleich aus neuen Perspektiven präsentieren? Dieser Frage widmet sich die Ausstellung „Digital Revival – Ein Experiment mit historischen Filmkostümen“ im Schaudepot des Filmmuseums Potsdam. Sie ist ab dem 24. September 2026 für das Publikum zugänglich. Der Eintritt ins Schaudepot ist frei.
Im Mittelpunkt stehen drei Kostüme aus dem Sammlungsbestand des Filmmuseums. Mithilfe von 3D-Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz wurden von ihnen digitale Zwillinge geschaffen. Während die empfindlichen Originale geschützt hinter Glas präsentiert werden, ermöglichen ihre digitalen Abbilder zusätzliche Ansichten, realistische Bewegungen und neue Formen der Inszenierung.
Historische Filmkostüme sind wichtige Zeugnisse der Kultur- und Filmgeschichte. Sie erzählen von handwerklichem Können, ästhetischen Vorstellungen und dem Stil ihrer jeweiligen Zeit. Zugleich tragen sie entscheidend dazu bei, Filmfiguren und erzählte Welten entstehen zu lassen.
Da Textilien besonders empfindlich auf Licht, Temperaturschwankungen und Veränderungen der Luftfeuchtigkeit reagieren, können originale Kostüme häufig nur für kurze Zeit ausgestellt werden. Im Depot werden sie deshalb unter konstanten klimatischen Bedingungen und weitgehend im Dunkeln aufbewahrt. Digitale Zwillinge, also hochpräzise dreidimensionale Kopien, eröffnen neue Möglichkeiten, diese selten sichtbaren Sammlungsobjekte langfristig zugänglich und anschaulich zu machen.
Für „Digital Revival“ wurden drei Kleider aus unterschiedlichen DDR-Produktionen ausgewählt:
- das Kostüm einer Opernbesucherin aus „Der Freischütz in Berlin“ von 1986/87
- das aufwändig gefertigte und stark fragile Ballkleid aus der Operette „Ritter Blaubart” von 1972/73
- das heute ausgeblichene Baumwollkleid aus „Die Beunruhigung“ von 1981/82
Die Besucher erhalten somit Einblicke in die Verbindung von musealer Sammlungsarbeit, Restaurierung, Filmgeschichte und neuen digitalen Technologien. Das Schaudepot lädt Gäste zudem dazu ein, über Chancen, Grenzen und künftige Einsatzmöglichkeiten der Digitalisierung in Museen und Archiven zu diskutieren.
Es wurde im Januar 2025 im neuen Sammlungsgebäude in der Medienstadt Babelsberg eröffnet. Es präsentiert rund 750 Exponate und 400 Schriftstücke, darunter Objekte aus den Bereichen Filmtechnik und Szenenbild sowie Requisiten und Kostümteile.
Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag, 10 bis 17 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen: www.filmmuseum-potsdam.de
Quelle: TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH