Sonnenuntergang in Puerto Naos. - Die süße Seite von La Palma
Kanaren, Kanarische Inseln

Die süße Seite von La Palma

Kaum eine andere Kanareninsel hat ein so umfangreiches Repertoire an Süßspeisen wie La Palma – und keine erzählt damit ihre Geschichte so direkt. Was heute in Konditoreien, Dorfbäckereien und auf Restaurantkarten steht, ist das Ergebnis von Jahrhunderten des Atlantikhandels: kanarische Grundlagen, vermischt mit spanischen, portugiesischen, englischen und amerikanischen Einflüssen, basierend auf lokalen Produkten wie Mandeln, Süßkartoffeln, weichem Ziegenkäse, Zucker und Zuckerrohrhonig.

Zuckerrohr als Ursprung

Im 16. Jahrhundert war Santa Cruz de La Palma ein bedeutender Hafen im spanischen Atlantikhandel und Zuckerrohr prägte die Insel früh. Bis heute ist Miel de caña, der Zuckerrohrhonig, eine Grundzutat. Die Sopas de Miel gehen auf die Arbeiter der alten Zuckerrohrfelder zurück, die ihr Brot in Rohrzuckersirup tunkten. Heute werden Mandeln hinzugefügt und sie werden vor allem zur Karnevalszeit rund um den Tag der Indianos serviert – jenes Fest, das an die Auswanderer erinnert, die aus Kuba mit Tabak, Rum und neuen Rezepten zurückkehrten.

Mandeln, Biskuit und eine Konditorin mit Goldmedaille

Die beiden bekanntesten Süßspeisen der Insel gehen auf Matilde Arroyo zurück: Bienmesabe aus gemahlenen Mandeln, Biskuit, Zucker, Zitronenschale und Eiern, meist mit einer Kugel Vanilleeis, sowie Príncipe Alberto aus Schokolade, Mandeln und Biskuit, verfeinert mit Sahne. Für ihre Verdienste um die Konditoreitradition der Isla Bonita erhielt sie 2009 die Goldmedaille der Kanarischen Inseln.

Daneben gibt es noch viele weitere Klassiker: Rapaduras in ihrer charakteristischen Kegelform aus Zuckerrohrhonig, Gofio, Mandeln, Zimt und Zitrone, dazu Varianten mit Milch, Schokolade oder Kokos, Almendrados aus Mandelteig und Pan de Leche aus Mehl und Sauermilch. Zum Jahreswechsel darf das Pan de Manteca – von den Palmeros auch Roscas genannt – auf keinem Frühstückstisch am Neujahrs- und Dreikönigstag fehlen.

Was ins Glas gehört

Zum Queso de Almendra mit Eiern, Zitronenschale und Zimt empfiehlt sich ein Glas des Süßweins Mistela und zu den Almendrados ein Malvasía. Wer tiefer einsteigen möchte, verbindet den Konditoreibesuch mit einer Verkostung in einer Bodega der Herkunftsbezeichnung DO La Palma, beispielsweise mit dem Malvasier, einem bernsteinfarbenen Süßwein aus überreif gelesenen Trauben, der in Eichenfässern reift.

Vieles davon lässt sich auch mit nach Hause nehmen. Rapaduras, Queso de Almendra und Zuckerrohrhonig werden auf der Insel traditionell hergestellt und zählen zu den beliebtesten Souvenirs.

Über La Palma

La Palma, auch bekannt als „la isla bonita” (die schöne Insel), ist mit 88.000 Einwohnern und 708 km² Fläche die fünftgrößte und grünste Insel des Kanarischen Archipels. Von üppigen Wäldern bis hin zu steilen Klippen, hinter denen sich Strände mit schwarzem Sand verbergen, überrascht die Insel ihre Besucher mit ihren ökologischen Schätzen und ihrer außergewöhnlichen Landschaft.

La Palma wurde 2002 als erste Kanarische Insel zum Biosphärenreservat erklärt. Sie verfügt über eine Vielzahl geschützter Naturräume und im Landesinneren befindet sich der Nationalpark Caldera de Taburiente. Die bis ins Meer reichende Lava hat eine niedrige, felsige Küste mit kleinen Buchten geschaffen, die zwischen steilen Klippen versteckt sind. Aufgrund ihrer großen Höhe im Verhältnis zu ihrer geringen Fläche gilt La Palma als eine der höchstgelegenen Inseln der Welt.

Die Insel verfügt über hohe Berge wie den Roque de los Muchachos. Dank des modernen Observatoriums, das über eines der modernsten und spektakulärsten Teleskope der Welt verfügt, ist er ein weltweiter Bezugspunkt für die Astrophysik.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.visitlapalma.es/de.

Quelle: Visit La Palma c/o KLEBER GROUP