Die Festspielstadt Feuchtwangen lädt 2024 ein zum Sommertheater
Zwei gespenstisch knorrige Kornelkirschen beherrschen die Bühne, geheimnisvolle Schatten lauern unter den romantischen Arkaden und dahinter ragen die mächtigen Mauern der riesigen Stiftskirche in den Himmel. Die lebendige Kulisse des alten Klostergartens raubt den Besuchern der Kreuzgangspiele Feuchtwangen schon vor Theaterbeginn den Atem.
Die sommerlichen Festspiele im ehemaligen Benediktinerkloster zählen zu den ältesten Freilichttheatern Deutschlands und locken seit 1949 alljährlich zehntausende Zuschauer aus nah und fern nach Feuchtwangen. Die fränkische Fachwerkstadt liegt südwestlich von Nürnberg an der Romantischen Straße, einer der beliebtesten Ferienstraßen Deutschlands. Auf dem Programm der Festspiele stehen auch in diesem Jahr wieder sechs große Inszenierungen, von klassischen Dramen und Komödien über moderne Stücke bis hin zum Kindertheater.
Auf der Höhe der Zeit
"Unser Sommertheater ist schön und macht Spaß, aber wir lesen die Stücke auch kritisch und bringen sie auf die Höhe der Zeit", sagt Dramaturgin Maria Wüstenhagen. So haben die Kreuzgangspiele in diesem Jahr für die Aufführung der tragischen Komödie "Der Besuch der alten Dame" das Frauenbild des Autors Friedrich Dürrenmatt unter die Lupe genommen. "Wer ist diese geheimnisvolle Dame? Was hat es mit den Schatten der Vergangenheit auf sich?"
Die Vielfalt menschlicher Perspektiven im Theater sichtbar zu machen, ist den Verantwortlichen wichtig. Das wird auch im modernen Solo "Anne-Marie die Schöne" von Yasmina Reza, die mit "Der Gott des Gemetzels" Weltruhm erlangte, zu erleben sein. Denn sie hat den Monolog einer Schauspielerin ausdrücklich für einen männlichen Darsteller geschrieben. Dieses Stück wird in der kleinsten Spielstätte der Festspiele, im idyllischen Nixel-Garten an der Stadtmauer, aufgeführt. Die Festspielsaison dauert in diesem Jahr vom 11. Mai bis zum 11. August, das Programm ist unter www.feuchtwangen.de zu finden.
Komödie und Kindertheater
Einen besonderen Coup verspricht die Inszenierung von Agatha Christies raffinierter Krimikomödie "Mord im Orientexpress": Hier wird der Feuchtwanger Kreuzgang zum Eisenbahnwaggon, in dem Meisterdetektiv Hercule Poirot einen Mordfall auf offener Strecke aufklärt. Für Kinder ab fünf Jahren wird Astrid Lindgrens "Ronja Räubertochter" aufgeführt, wobei sich das historische Kloster in eine eindrucksvolle Räuberburg verwandelt. Im lauschigen Nixelgarten erleben die Kleinsten ab drei Jahren das poetische Theaterstück "Der Regenbogenfisch". Und Jugendliche ab 13 Jahren gehen im Theaterprojekt "#Faust/Zwei Seelen" mit Goethes berühmtem Drama auf Selbstfindungstour.
Quelle: Kulturamt Feuchtwangen c/o DJD Deutsche Journalisten Dienste GmbH & Co. KG