Architektur am Limit: Fünf Bauwerke in der Jungfrau Region
Seit die ersten Tunnelmeter der Jungfraubahn im Jahr 1896 ins Gebirge gehauen wurden, ist die Jungfrau-Region auch ein Ort der Baugeschichte. In großer Höhe, im Felsen, im Eis oder an steilen Flanken wurde gebaut. Über mehr als ein Jahrhundert sind Bauwerke entstanden, die die Entwicklung greifbar machen und zeigen, welche Herausforderungen gemeistert werden mussten, damit Gäste die einzigartige Landschaft genießen können.
Fünf Bauwerke in der Jungfrau Region
- Bahnhof Jungfraujoch und Jungfraubahn-Tunnel: Endstation im Berg (3.454 m ü. M.)
- Sphinx: Vertikale Erschließung (3 571 m ü. M.)
- Der Eispalast wurde 1934 dank moderner Architektur erhalten
- Eiger Express: Schnelle Verbindung zur Jungfraubahn (seit 2020)
- Der First Cliff Walk: Bauen am Fels und 45 Meter über der Bergkante
Bahnhof Jungfraujoch und Jungfraubahn-Tunnel: Endstation im Berg (3.454 m ü. M.)
Die Jungfraubahn, ein Pionierwerk unter den Bergbahnen, wurde im Jahr 1912 eröffnet. Die Zahnradbahn befördert Gäste von der Kleinen Scheidegg auf das Jungfraujoch – „Top of Europe“ –, das sich auf 3.454 Metern über dem Meeresspiegel in einer Welt aus Fels, Eis und Schnee befindet. Die Reise führt zum höchstgelegenen Bahnhof Europas. Von der 9,34 Kilometer langen Strecke liegen 7,32 Kilometer im Tunnel, wobei die Bahn die Berge Eiger und Mönch durchquert und dabei 1 400 Höhenmeter überwindet. Die Bahnhofshalle liegt im Fels und besteht vor allem aus technischer Infrastruktur: Luftführung, Entwässerung, Strom, Fluchtwege.
Wer hier ankommt, spürt sofort, dass Architektur im Hochgebirge eine Herausforderung ist. Das war schon beim Bau der Bahn zwischen 1896 und 1912 so. Maschinen gab es keine. Schaufel, Pickel und Muskelkraft waren die einzigen Arbeitsgeräte, und der Vortrieb erfolgte durch Sprengungen. 30 Bauarbeiter bezahlten mit ihrem Leben – mehrheitlich aufgrund von Sprengunglücken. Die heutige Fahrt ist somit nicht nur eine Anreise, sondern eine Fahrt durch ein Bauwerk, das Teil der Attraktion ist.
Sphinx: Vertikale Erschließung (3 571 m ü. M.)
117 Meter über dem Tunnelbahnhof liegt die Aussichtsterrasse der Sphinx. Sie bietet eine grandiose Aussicht auf die imposante Bergwelt mit dem Aletschgletscher, aber auch einen uneingeschränkten Blick nach Italien, Deutschland und Frankreich. Die Anlage ist über einen geräumigen und schnellen Doppellift mit einer Kapazität von bis zu 1 200 Personen pro Stunde erschlossen. Der Wechsel vom kontrollierten Tunnelraum zu Wind und Licht ist hier kein Nebeneffekt, sondern Teil der Konstruktion. Die Sphinx beherbergt auch eine Forschungsstation, die 1931 erbaut und später in mehreren Etappen ausgebaut und umgebaut wurde.
Der Eispalast von 1934 wurde dank moderner Architektur erhalten
Der Eispalast auf dem Jungfraujoch besteht bereits seit den 1930er Jahren – ursprünglich erschaffen von regionalen Bergführern. Bis heute hat der Palast aus Eis Bestand und es werden regelmäßig neue Figuren ins Eis geschnitzt. Hier wird sichtbar, dass Hochgebirgsarchitektur häufig weniger im Errichten als im kontinuierlichen Erhalten liegt.
Dank moderner, energieeffizienter Kältemaschinen bleibt die Temperatur im Eispalast konstant. Die Abwärme der Kältemaschinen wird in einem Speicher eingelagert. Mit dieser Wärme können einerseits die Kälteregister der Kältemaschinen effizient und umweltfreundlich abgetaut werden. Andererseits dient die Abwärme der Wärmepumpe als Wärmequelle, sodass das Warmwasser auf dem Jungfraujoch erhitzt und auch ein Teil der Restaurants beheizt werden kann.
Eiger Express: Schnelle Verbindung zur Jungfraubahn (seit 2020)
Seit Dezember 2020 erreichen die Gäste die historische Tunnelbahn aufs Jungfraujoch mit einer modernen Seilbahn. Der Eiger Express als 3S-Bahn verbindet das Grindelwald Terminal mit der Station Eigergletscher in 15 Minuten. Er bietet beeindruckende Ausblicke auf die Eiger-Nordwand und dient als schnelle Verbindung zum Jungfraujoch und ins Ski- sowie Wandergebiet. Die 3S-Technologie ist das einzige Seilbahnsystem, das die gewünschten Transportbedürfnisse mit der Anforderung minimaler Eingriffe in die Natur harmonisch verbindet.
Durch die doppelte Tragseilführung können große Spannfelder mit einer geringen Anzahl Stützen äußerst windstabil überfahren werden. Beim Eiger Express mussten so über die gesamte Streckenlänge von 6.483 Metern lediglich sieben Stützen gebaut werden. Das Landschaftsbild bleibt erhalten und es sind keine Waldschneisen erforderlich.
Der First Cliff Walk: Bauen am Fels und 45 Meter über der Bergkante
Einen Kontrast dazu bietet der First Cliff Walk oberhalb von Grindelwald an der Bergstation First. Der First Cliff Walk ist ein spektakulärer Rundweg mit einer Hängebrücke. Die schmale Metallkonstruktion schlängelt sich entlang der Felsformation und bietet atemberaubende Ausblicke ins Tal und auf die Berge rund um Grindelwald. Am Ende des Weges wartet ein Steg, der 45 Meter hinaus ins Nichts ragt und damit scheinbar die physikalischen Gesetze außer Acht lässt.
Fünf Bauwerke, eine Geschichte
Der Tunnel und der Bahnhof der Jungfraubahn zeigen, wie Infrastruktur im Berg möglich wird. Der Zugang zur Sphinx übersetzt dieses Prinzip in die Vertikale und der Eispalast macht den permanenten Erhalt in einem beweglichen Material sichtbar. Der Eiger Express steht für moderne Seilbahntechnik und der First Cliff Walk wagt den Schritt hinaus ins Offene.
Zusammen erzählen die fünf Bauwerke davon, wie sich in der Jungfrau-Region seit über einem Jahrhundert die gleiche Aufgabe stellt: Unter herausfordernden Bedingungen zu bauen, um die einmalige Landschaft den Gästen zugänglich zu machen.
Über die Jungfrau-Region
Die Jungfrau Region zählt zu den bekanntesten und beeindruckendsten Reisezielen der Schweizer Alpen. Eingebettet zwischen den majestätischen Gipfeln Eiger, Mönch und Jungfrau vereint sie spektakuläre Natur, traditionsreiche Bergkultur und erstklassige Freizeitmöglichkeiten. Grindelwald, eines der bekanntesten Dörfer der Region, ist das Tor zu weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie dem Jungfraujoch – Top of Europe und der legendären Eiger-Nordwand.
Seit über 100 Jahren ermöglichen die Jungfraubahnen spektakuläre Bergfahrten in die hochalpine Welt. Die 1912 eröffnete Jungfraubahn bringt Reisende zum höchstgelegenen Bahnhof Europas auf 3.454 Metern und eröffnet ihnen ein einzigartiges Panorama auf das UNESCO-Welterbe Swiss Alps Jungfrau-Aletsch. Mit der 2020 eröffneten V-Bahn haben Gäste direkten Zugang zur imposanten Bergwelt – schnell, komfortabel und nachhaltig. Ob im Sommer beim Wandern und Mountainbiken oder im Winter in einem der größten Skigebiete der Region – die Jungfrau Region begeistert das ganze Jahr über mit authentischen Erlebnissen und unvergesslichen Naturmomenten.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.jungfrau.ch, www.grindelwald.swiss
Quelle: Jungfrau Region c/o Wilde & Partner Communications GmbH