Alamannenmuseum Ellwangen: Wie die Archäologie entstand
Wie ist das Fach Archäologie entstanden? Wer hat Objekte gefunden und gesammelt? Und wie blicken wir heute auf die Leidenschaft unserer Vorfahren? Antworten auf diese und andere Fragen gibt es in diesem Jahr exklusiv im Alamannenmuseum Ellwangen, das Teile einer der bedeutendsten archäologischen Privatsammlungen in Deutschland beherbergt.
Auf den Spuren der Sammler
Die Adligen des Fürstenhauses Hohenzollern waren leidenschaftliche Sammler. Tausende Objekte gelangten im 19. Jahrhundert in ihren Besitz, darunter umfangreiche archäologische Funde, die der Öffentlichkeit lange verborgen geblieben sind. Einige dieser Funde sind nun exklusiv in der Sonderausstellung „Leidenschaft und Forschung. Die archäologische Sammlung Hohenzollern“ in Ellwangen zu sehen.
Die Ausstellung wurde vom Landesmuseum Württemberg konzipiert und rückt fünf Persönlichkeiten in den Fokus. Begonnen hat die Sammlung mit dem Fürstenpaar Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen und Josephine von Baden. Mit ihnen verbunden sind neolithische Objekte aus Dänemark und apulische Vasen. Baron Karl von Mayenfisch, ein Freund des Paares, führte zahlreiche Grabungen in den hohenzollerischen Gebieten durch. Zu seinen provinzialrömischen Funden gehören unter anderem die Hettinger Silberscheiben.
Den adligen Sammlern stehen zwei bürgerliche Altertumsforscher gegenüber: der Landwirt Johannes Dorn und der Architekt Wilhelm Friedrich Laur. Sie verkauften dem Fürstenpaar hauptsächlich frühmittelalterliche Objekte, darunter Schmuckstücke.
Wie die Archäologie entstand
Während die Sammlung entstand, veränderte sich in der Wissenschaft viel. Neue Erkenntnisse von Forschern wie Charles Darwin brachten das Weltbild der Menschen ins Wanken und die heimische Archäologie etablierte sich zunehmend als eigenständige Wissenschaft gegenüber der Klassischen Archäologie.
Hierzu trug unter anderem der deutsche Prähistoriker Ludwig Lindenschmit der Ältere bei. Er war davon überzeugt, dass Altertumsfunde nur dann historisch interpretiert werden können, wenn man sie mit vielen anderen Funden vergleicht. Die Forschung und Sammelleidenschaft im 19. Jahrhundert werden heute durchaus differenziert beurteilt. In einer Leseecke kann man sich mit den Themen kritisch auseinandersetzen und beispielsweise der Frage nachgehen, welche Rolle die Frauen spielten und wie Sammeln und Kolonialismus miteinander zusammenhängen.
Die Sonderausstellung ist vom 19. März 2026 bis zum 10. Januar 2027 im Alamannenmuseum zu sehen. Öffnungszeiten und Informationen zu Führungen sind unter www.ellwangen-tourismus.de zu finden. Von Ende April bis Anfang Oktober lohnt sich ein Besuch besonders, denn in dieser Zeit findet in Ellwangen die Landesgartenschau statt.
Quelle: Stadt Ellwangen c/o djd deutsche journalisten dienste GmbH & Co. KG