Das Besucherbergwerk F60 ist einer der Höhepunkte entlang der Radroute Niederlausitzer Bergbautour. - 25 Jahre Niederlausitzer Bergbautour
Sachsen, Deutschland

25 Jahre Niederlausitzer Bergbautour

Jubiläumsflyer mit optimierter Streckenführung erschienen

Einst raue Tagebauregion, heute vielfältige Wasserlandschaft: Das Lausitzer Seenland gehört zu den faszinierendsten Reisezielen Ostdeutschlands. Das Jahrhundertprojekt Landschaftswandel mit dem Fahrrad erlebbar machen: Das ist das Ziel der 1999 eröffneten „Niederlausitzer Bergbautour“. Auf über 500 Kilometern führt sie einmal quer durch die Bergbaugeschichte der Lausitz, vorbei an glasklaren Seen mit herrlichen Sandstränden, ausgedehnten Kiefernwäldern und ursprünglichen Auenlandschaften zu den spannendsten Industriekulturstätten der Region. Gemeinsam mit einem leidenschaftlichen Radwanderer hat der örtliche Tourismusverband die kulturreiche Radroute komplett überarbeitet.

Die Neuauflage des Faltblattes, das ab dem 15. August 2024 auf der Internetseite www.lausitzer-seenland.de bestellt und heruntergeladen werden kann, zeigt die optimierte Streckenführung, gibt Hinweise auf neue Sehenswürdigkeiten und enthält einen QR-Code, der zum digitalen Tourenbuch inklusive GPS-Daten führt.

Passionierter Radfahrer testete Route ehrenamtlich

Martin Steiniger liebt es, in die Pedale zu treten, den Fahrtwind auf der Haut zu spüren und die vorbeiziehende Landschaft auf sich wirken zu lassen. Schon als Kind radelte der 51-Jährige durch seine Heimat, das Erzgebirge. Heute schwingt sich der Wahl-Lausitzer gern aufs Gravelbike und erkundet am liebsten Strecken abseits asphaltierter Wege in Deutschland, Tschechien und Polen. Als der Tourismusverband Lausitzer Seenland im vergangenen Jahr einen erfahrenen Radwanderer suchte, meldete er sich sofort. In seiner Freizeit fuhr der gelernte Vermessungsingenieur, der auch beruflich für den ansässigen Bergbausanierer LMBV viel im Lausitzer Seenland unterwegs ist, die komplette Niederlausitzer Bergbautour ab. 

„Ehrenamtliche Radwegetester sind ein Glücksfall für die Region“, sagt Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland, „Kommunen, Landkreise oder der Verband könnten das mit dem vorhandenen Personal nicht leisten.“ Martin Steiniger nahm unter anderem die Beschilderung, die Wegeführung, die Sehenswürdigkeiten, den Bezug zum Bergbau, die Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten unter die Lupe. 

Neue Radwege und Sehenswürdigkeiten aufgenommen

So konnte der Verein die Route weiter optimieren. Neue Radwege wie der Rundweg um den Schlabendorfer See und neue Etappenziele wie der Industriekulturpfad der Stadt Forst (Lausitz) wurden integriert und die Beschilderung ergänzt. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten am Wegesrand sind nun besser erreichbar. 

Auf dem Faltblatt finden Radfahrer neben dem neuen Routenverlauf auch einen QR-Code für die digitale Routenführung. Außerdem gibt es Hinweise, welche industriekulturellen Stätten mit Audioguides erlebbar sind. Darüber hinaus listet der Flyer Bett-&-Bike-Unterkünfte, Campingplätze, gastronomische Angebote, Fahrradverleiher sowie Radreiseveranstalter auf.

Die Niederlausitzer Bergbautour führt zu spektakulären Stätten der Industriekultur 

Die 516 Kilometer lange Niederlausitzer Bergbautour kann in acht Etappen zwischen 39 und 77 Kilometern befahren werden. Sie beginnt und endet in Senftenberg, führt durch die Städte Lauchhammer, Cottbus und Hoyerswerda und durch einzigartige Naturlandschaften wie den UNESCO Global Geopark Muskauer Faltenbogen oder das UNESCO Biosphärenreservat Spreewald. Ein roter Teufel auf einem Fahrrad weist den Weg. Er soll einst die Kohle in die Erde gebracht haben. 

Höhepunkte auf dem Weg sind die Energiefabrik Knappenrode, die in einer über 100 Jahre alten Brikettfabrik spannende Einblicke in die Geschichte der Lausitz vom Bergbaurevier zum Seenland bietet, das Schaubergwerk im Museum Schloss und Festung Senftenberg sowie das Forster Museum in Forst (Lausitz). Hier soll ab Herbst 2025 die Geschichte der Industriekultur in der Region erlebbar gemacht werden. In einer ergänzenden digitalen Ausstellung können sich die Besucher auf Spurensuche zu den vielen durch den Bergbau verschwundenen Orten in der Lausitz begeben. 
Faszinierend ist auch der spektakuläre Ausblick von der gigantischen, begehbaren Abraumförderbrücke des Besucherbergwerks F60. Von hier bietet sich ein traumhafter Weitblick über den Bergheider See. Monumentale Zeugen der Bergbaugeschichte sind auch die Biotürme Lauchhammer. Die Türme der ehemaligen Großkokerei beeindrucken durch ihre einzigartige Architektur und sind für Radfahrer schon von weitem sichtbar.

Niederlausitzer Bergbautour

Strecke: 516 Kilometer
Start/Ziel: Senftenberg

Etappen

1. Senftenberg - Lauchhammer (55 km)
2. Lauchhammer - Calau (72 km)
3. Calau - Vetschau (69 km)
4. Vetschau - Cottbus (39 km)
5. Cottbus - Forst (Lausitz) (62 km)
6. Forst (Lausitz) - Spremberg (77 km) 
7. Spremberg - Hoyerswerda - Spremberg (75 km)
8. Spremberg - Senftenberg (67 km)

Quelle: Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V. c/o THIEL Public Relations e.K.